Warum Diatano?

                                                                                   


                                                                                 Diatano von Diamonit x Brentano II x Matcho

Diatano gehört zu den Hengsten, die ich bereits im zarten Alter von zweieinhalb Jahren auf der Vorauswahl und später auf der Körung erlebt habe.
Als meine Hengstwahl für Fannie in diesem Frühjahr auf Diatano gefallen war, habe ich mich natürlich sogleich auf die Suche nach meinen alten Notizen gemacht und siehe da, die handschriftlichen Bemerkungen sprechen noch heute für sich:     
Bereits der erste Eindruck auf der Vorauswahl, als ich noch nicht einmal in das Papier gesehen hatte, überzeugte vom Fleck weg positiv. Der junge Hengst bestach durch Übersicht, Antritt, bergauf und durch den Körper schwingende Bewegung und war durch und durch ein Sportler. Ein Eindruck, den er später auf den Körtagen in jeder Hinsicht bestätigte und die er zurecht als Prämienhengst beschloss. 
Der Blick ins Papier offenbarte dann einen Hengst von exquisitem und mir bestens bekanntem Mutterstamm, gezogen im Hause Bockholt im nahen Steinfurt:

                                                                      

Diatano's Mutter ist keine geringere als die ehemalige Bundessiegerstute Baccarole von Brentano II x Matcho x Bariton, eine Stute, die ich bereits zuvor häufig und gern als prominentes Aushängeschild ihres Vaters Brentano postuliert habe, deren ureigene Qualitäten als Zuchtstute sie im Laufe der Jahre aber weit darüberhinaus als überragend auszeichnen sollten. Reiner Bockholt hat u.a. zwei prominente Töchter des Fidermark aus der Baccarole gezogen, deretwegen ich der Zuchtstätte Bockholt bereits vor Jahren einmal einen Besuch abstattete um mir all das anzusehen, was Familie Bockholt aus diesem Mutterstamm zu bieten hatte - und das war reichlich! Dieser erste Züchterbesuch im Hause Bockholt ist mir bis heute in prägender Erinnerung geblieben weil er lehrreich und informativ war und anhand der reichlichen Nachkommen dieses Stammes vor Ort eine sehr persönliche und qualifizierte Einschätzung des Stutenstammes erlaubte.
Und wenn mir zu dem Zeitpunkt auch nicht bewusst war, dass ich selber einmal einen Bruder dieser beiden Fidermarktöchter zum decken nutzen würde, so verbinde ich mit dem Stutenstamm des Diatano doch deutlich mehr als nur Papierrecherche. Die persönlichen Eindrücke von dieser Stutenfamilie und ihrer Nachzucht haben mir die aktuelle Entscheidung zu Diatano noch Jahre später sehr erleichtert.

Baccarole brachte neben Diatano noch den Landbeschäler St.George von Saint Tropez, den Michael Farwick seinerzeit ritt und der mir ebenfalls noch gut in Erinnerung ist. Ihre Tochter Fantastica von Fidermark wurde Reservesiegerstute der Bundesstutenschau 2002 in Neustadt Dosse und ist seither Zuchtstute.
Unter den sieben sporterfolgreichen Kindern der Baccarole befinden sich neben ihren beiden gekörten Söhnen mit Diamond Child von Dancing Dynamite (ebenfalls aus einer Fidermark-Mutter gezogen) und Fair Play von Fidermark gleich zwei S-erfolgreiche Töchter. Fair Play hat in diesem Jahr international ihren grössten Erfolg gefeiert:
Bianca Nowak und Fair Play wurden in diesem Sommer Manschaftseuropameister der Jungen Reiter in Vidauban. Sie trugen massgeblich zu der Goldmedaille der Deutschen Manschaft bei und sicherten sich ausserdem die Silbermedaille in der Einzelwertung. Darüberhinaus gewann das Paar in Vidauban mit knapp 83 Prozent auch noch die Goldmedaille in der Kür. Wenig überraschend wurden Fair Play und Bianca dann aktuell auch Deutsche Meister bei den DJM in Zeiskam im September dieses Jahres.

Dressurreiterin Bianca Nowag vom RV Ostbevern  hat bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Zeiskam die Goldmedaille bei den Jungen Reitern gewonnen. Mit Fair Play RB von Fidermark- Brentano II (Z: Hans Bockholt, Steinfurt) überzeugte die Westfälin auf ganzer Linie. Schon die ersten beiden Prüfungen entschied das Kür-Europameisterpaar klar für sich. In der abschließenden Kür legten die beiden noch eine Schippe drauf und holten über 80 Prozent. Mit über 13 Punkten Vorsprung war ihnen damit der Titel in der Meisterschaftswertung sicher. „Ich hatte ein richtig gutes Gefühl, aber dass es so gut läuft und wir mit so deutlichem Abstand gewinnen, hätte ich nicht gedacht. Fair Play hatte nach der EM erstmal Pause und war jetzt bei der DJM auf den Punkt fit“, freute sich die frischgebackene Deutsche Meisterin der Jungen Reiter. (R&P Westfalen)

Eine bessere sportliche Referenz als diese Schwester kann man sich für einen Deckhengst kaum wünschen. Auch Fair Play ist vor ihrem Sporteinsatz einmalig gedeckt worden. Aus dieser Anpaarung mit Lord Loxley fiel ihre Tochter Liebeskind, die dreijährig ebenso zur Staatsprämienstute gekürt wurde, erfolgreich in Reitpferdeprüfungen debütierte und inzwischen in Dressurpferdeprüfungen unterwegs ist. Und doch könnte die direkte Stutenfamilie der Baccarole durchaus mehr sporterfolgreiche Kinder auf höchstem Niveau vorweisen - wenn denn die Töchter und Enkelinnen nicht allesamt über kurz oder lang in die Zucht gingen, und das aus gutem Grund. Bestes Beispiel hierfür ist Diatano's Schwester Fantastica, die mit Sir Fidergold selbst bereits über einen gekörten Sohn verfügt und deren älteste Tochter Sunshine schon siegreich in S unterwegs war, bevor sie im letzten Jahr ebenso Zuchtstute wurde und aktuell ihr erstes Fohlen bei Fuss führt. Mit Holiday von Hochadel stellte Fantastica eine weitere Elitestute, die dann ebenso den direkten Weg in die Zucht fand und deren erster Sohn bereits siegreich in einer Reitpferdeprüfung debütierte und in diesem Herbst sein Hengstexamen in Schlieckau ablegen soll.
 Elitestute Fantastica von Fidermark

Weitere ältere Details zu Diatano's Schwestern Fair Play und Fantastica habe ich seinerzeit anlässlich meiner ersten Recherchen zu "Fidermark's Erbe" auf diesen Seiten zusammengefasst. Und ganz offensichtlich hat das Fidermarksche Erbe bislang hervorragend zu diesem Stutenstamm gepasst - ein Grund mehr, der die Anpaarung von Diatano an Fannie Mae durchaus unterstützt.

An Diatano's Vater Diamonit in jungen Jahren kann ich mich noch sehr gut erinnern, war es doch die bildliche Assoziation zu seinem Vater, die Diatano selbst gleich bei mir verfangen liess. In Habitus und Sportlichkeit war der junge Sohn eben deutlich von seinem Vater gekennzeichet. Diamonit war oldenburgischer Landeschampion und dreifacher Bundeschampionatsteilnehmer. Diamonit war nur kurz bei Paul Schockemöhle in Mühlen stationiert und ich hielt ihn damals für den besten Hengst der Kollektion des Hauses Schockemöhle. Auch sein Pedigree in Verbindung mit dem spritzigen und doppeltorientierten Santander sprach mich überaus an und tut es noch heute.
Diamonit wurde 2009 über die P.S.I. Auktion verkauft und war dort mit 760.000,- € die absolute Preisspitze. Seither ist Diamonit im Hause Galmbacher in Süddeutschland beheimatet und setzt seine Karriere erfolgreich als Sport- und Zuchthengst fort. Unter Dr. Katja Galmbacher verzeichnet er zahlreiche Siege und Platzierungen in Prix St.George. Mit Diamond Hill ( Diamonit x Ex Libris ) stellt er in Redefin einen zweiten gekörten Sohn, der noch aus seiner Deckzeit in Mühlen und aus dem selben Jahrgang wie Diatano stammt.

Als Diatano selbst dann dreijährig erstmals in Wettringen bei Mathieu Beckmann aufgestellt wurde, habe ich reichlich für den Hengst getrommelt. Tatsächlich gibt es auch ein paar Anpaarungen in meinem näheren Züchterumfeld aus diesem ersten Jahr, die Entwicklung dieser Fohlen habe ich mit Interesse verfolgt. Nachdem Diatano jedoch sportlich nicht mehr weiter in Erscheinung trat wurde es ruhig um den Hengst und ich verlor ihn aus den Augen. Diese Ruhe währte bis zum letzten Frühjahr 2014, als Diatano anlässlich des Züchterfrühschoppens auf der Hengststation Beckmann mit seinen ersten dreijährigen Nachommen an der Hand und unter dem Sattel aufwartete und ich in der Tat aus allen Wolken fiel. Aus unterschiedlichsten Stuten bestachen die diversen Söhne und Töchter durch Hinterbein und Funktionalität, wie man es selten als roten Faden in der Nachzucht eines Hengstes erlebt. Der Vater dieses beeindruckenden Erfolges jedoch erschien lediglich an der Hand und das warf berechtigt Fragen auf.
Weshalb ich den Hengsthalter kurz drauf in einem persönlichen Gespräch geradezu bombardierte wieso der Hengst selber so unter Verschluss gehalten würde - ?
Mathieu Beckmann stand mir gern Rede und Antwort und das Ergenbis dieses Gespräches war dann dieser Beitrag aus meiner Feder "In eigener Sache!", der seither auf der Webseite der Hengststation Beckmann nachzulesen ist.

29.03.2014 - In eigener Sache - Diatano!

Anlässlich unseres Züchterfrühschoppens konnten wir unseren Hengst Diatano nur an der Hand zeigen.
Mittlerweile erreichen uns Anfragen, wieso Diatano nicht unter dem Sattel gezeigt wurde. Die Fragen sind berechtigt und verdienen eine ehrliche Antwort!
Der Grund hierfür ist ein übler Hufspalt, den Diatano sich im letzten Jahr zugezogen hat, und der über den Winter gut verheilt schien.
Unter dem Sattel von Lisa Rembeck hat Diatano sich bis zu dem Zeitpunkt als ein hervorragendes Ausbildungspferd von vorbildlicher Rittigkeit und Arbeitseinstellung erwiesen. Wir glauben an diesen Hengst in jeder Hinsicht:
als Ausbildungspferd und als Vererber.
Zu Jahresbeginn hat Lisa den Hengst daher schonend wieder angeschoben, wir wollten ihn unseren Züchter nur zu gern auf unserem Frühschoppen unter dem Sattel präsentieren.
Doch das Gegenteil von gut gemeint ist gut gemacht:
zwei Wochen vor der Schau stand Diatano erneut mit einem blutigen Hufspalt in der Box.
Der Grund, weshalb wir Ihnen den Hengst am Sonntag nur an der Hand vorstellen konnten.
Er bekommt nun alle Zeit, die es benötigt, diesen leidigen Hufspalt gänzlich auszukurieren.
Der Grund, weshalb der Hengst auch in diesem Jahr nicht unter dem Sattel zu sehen sein wird.
Wir bedauern das sehr, sind aber der Meinung, dass Diatano mittlerweile durch seine Nachzucht als Reitpferdemacher allerbester Güte für sich spricht. Die ausgesprochen positive Resonanz von allen Seiten auf die Nachkommen des Diatano, die wir Ihnen am Sonntag vorgestellt haben, bestätigt uns in dieser Ansicht.

Wir möchten daher die hervorragenden Nachkommen des Diatano an dieser Stelle noch einmal virtuell vorstellen - für alle diejengen, die sie am Sonntag bereits gesehen haben, und ganz besonders für all jene, die sie noch nicht kennen:

Den Auftakt machte eine grossrahmige sympathische Fuchsstute unter dem Sattel von Tanja Krampe mit viel Ausdruck und bedeutendem Habitus. Diese Stute ist gezogen aus einer Mutter von Weltmeyer x Damenstolz, Züchter ist Heinz Schütte aus Spelle.
Jaqueline Schurf stellte eine dunkelbraune noble Tochter des Diatano vor, sehr im Typ des Vaters stehend, gezogen aus einer Mutter von Florestan x Ambro bei Josef Kösters, Rheine.
Lisa Rembeck präsentierte eine Tochter des Diatano unter dem Sattel, gezogen aus einer Mutter von Worldly x Santorini, Züchter ist Mathieu Beckmann.
An der Hand wurde eine weitere sehr im Typ des Vaters stehende, noble dunkelbraune Stute aus dem Hause Deitert in Schöppingen vorgestellt. Gezogen ist dieses Pferd, bei dem der Motor auch an der Hand sichtbar hinten sitzt, aus einer Mutter von Laudabilis x Frühlingsball.

Bereits anlässlich der Westfälischen Hauptkörung in Münster Handorf im letzten Herbst war Diatano mit zwei Söhnen vertreten.
Beide Söhne des Diatano wechselten noch auf dem Hengstmarkt in allerbeste und renommierte Hände.
"Nicht gekört" lautete das Urteil zu dem Sohn des Diatano aus einer Mutter von Riccio, doch Reitpferd ist unter dem Sattel und nur dort.
Dieser dunkelbraune, noble und ebenso sehr im Typ des Vaters stehende Sohn des Diatano, offenbarte bereits an der Longe ideale Reitpferdequaliäten und wurde von keinem geringerem als dem ehemaligen Manschaftsolympiasieger Martin Schaudt (Durgo, Weltall) als Ausbildungs- und Dressurpferd gekauft.
In den renomierten Dressurstall von Sissi Max-Theurer wechselte der sehr zurecht gekörte und niederländisch gezogene Sohn des Diatano aus einer Mutter von Trento B (Krack C), der sich als bedeutendes Vorderpferd mit überaus funktionalem Ablauf im Hinterbein empfahl.
Beide Söhne des Diatano sind inzwischen geritten und absolvieren eine allerbeste Grundausbildung. Und wir sind stolz darauf von beiden Söhnen sehr positives Feedback zu Rittigkeit und Entwicklung unter dem Sattel zu hören - Qualität ist kein Zufall!

Der Mutterstamm des Diatano ist herausragend!
Kaum ein Hengst kann über derart erfolgreiche direkte Geschwister verweisen.
Seine Mutter ist die einstige Bundessiegerstute Baccarole von Brentano II x Matcho. Dieser Stutenstamm wird allerbestens gepflegt im Hause Rainer Bockholt in Steinfurt. Mit Fair Play von Fidermark und Diamond Child von Dancing Dynamite hat Diatano zwei sporterfolgreiche Schwestern, die beide bereits siegreich in der "S"-Klasse debütieren.
Fantastica, eine Vollschwester zu Fair Play, war Siegerstute der Eliteschau in Münster Handorf und Bundesreservesiegerstute. Sie bereichert seither das Haus Bockholt als wertvolle Zuchtstute.
Einen weiteren gekörten Hengst und Halbbruder zu Diatano brachte Baccarole in Anpaarung mit Saint Tropez, St.George.
Der Vollbruder St.George II war seinerzeit Preisspitze der westfälischen Eliteauktion.

Aus gutem Grund glauben wir an Diatano. Aus überschaubaren Bedeckungen hat dieser Hengst bereits in hoher Dichte vielversprechende Nachkommen gezeugt, die derzeit ins sattelfähige Alter reifen. Eine bessere Referenz kann ein Hengst nicht vorweisen.
Sprechen Sie uns an - wir zeigen Ihnen Diatano und uns zur Verfügung stehende Nachkommen gern!


Anmerken möchte ich ausdrücklich, dass ich diesen Beitrag seinerzeit allein aus Überzeugung geschrieben habe. Eigene Interessen habe ich damit nicht verfolgt, ein Eisen im Feuer hatte ich zu dem Zeitpunkt nicht und hatte das auch nicht geplant. Meine Pläne für Fannie sahen zunächst noch ganz anders aus, doch wie schon häufig zuvor hatte Fannie mit ihrem exquisiten Rosse-Timing das letzte Wort.

Im folgenden Sommer 2014 wartete Diatano dann mit acht Stuten aus diesem ersten Jahrgang auf der Eliteschau in Münster Handorf auf, eine geradezu sensationelle Nachzuchtquote, die der Hengst aus 91 Bedeckungen im ersten Jahr 2010 gezaubert hat.
Die Faustformel lehrt, dass aus einer gegebenen Anzahl Bedeckungen ca. 2/3 gesunde Nachzucht fällt, die das Jungpferdealter erreicht. In diesem Falle sind das 60 Nachkommen, aus denen je zur Hälfte Hengst- und Stutfohlen hervorgehen, also ca. 30 Stutfohlen. Acht Elitestuten aus diesen ca. 30 ersten Töchtern dokumentieren eine überdurchschnittliche Vererbungsleistung. Mir sind nicht viele Hengste bekannt, von denen gleich ein Viertel aller Töchter als Elitestuten aufwarten.
Einen sachlich angemessenen Vergleich bietet Vitalis, der derzeit mit seinen ersten 3- und 4-jährigen Nachkommen omnipräsent besprochen ist. Auch Vitalis stellte auf der Eliteschau 2014 mit 8 Töchtern aus seinem ersten Deckjahr einen eigenen Ring auf der Eliteschau. Allerdings verzeichnet Vitalis allein in Westfalen ganze 255 Bedeckungen in 2010 und führte damit die westfälische Deckliste unter allen Hengsten an. Die acht Töchter des Vitalis auf der Eliteschau rekrutieren sich also aus zweieinhalb mal so vielen Bedeckungen wie die des Diatano.
Welcher Hengst hat sich besser vererbt?
Food for thought.

Nun kann man sich darüber streiten, in wieweit Schauerfolge an der Hand, bei denen eine Grungangart komplett vernachlässigt wird, überhaupt an Aussagekraft über Reitpferdeeigenschaften verfügen. Gleichwohl setzt die Staatsprämienanwartschaft eine abgelegte Stutenleistungsprüfung voraus, und das bringt uns dann wieder zu der Reitpferdeeignung. Die Zeit wird zeigen, ob die Nachkommen des Diatano in ihrem weiteren Werdegang unter dem Sattel meinen hohen Ansprüchen gerecht werden, darunter das halbe Dutzend sattelreifer Eindrücke, die mich bislang überzeugt haben.
Das FN Jahrbuch verzeichnet aktuell einen drei- und 13 vierjährige Nachkommen des Diatano mit zahlreichen Siegen und Platzierungen in Reit- und Dressurpferdeprüfungen, darunter einige in Profihänden. Mit Spannung erwarte ich daher die Veröffentlichung der Jahrbuchdaten 2015, wie immer im Dezember des Jahres.

Bleibt die Frage, wie es zu der diesjährigen Anpaarung von Diatano an Fannie Mae kam?
Nachdem sowohl Fannie als auch ihre Tochter Deauville bereits früh im Jahr mit E.J. Junior und Zampano zwei Hingucker-Hengstfohlen im Rahmen meines „holländischen Experimentes“ ins Stroh gelegt haben, war ich diesem Trend noch vollständig erlegen und wollte aktuelle Anpaarungen gern in diesem Sinne weiterführen.
Mein Fohlenliebling in diesem Frühjahr war ganz klar Zampano (E.J. möge es mir verzeihen…), Deauville’s Sohn von Zhivago und damit Fannie’s Enkel. Während E.J. Junior sicherlich der spektakulärere der beiden ist, bestach Zampano von Anfang an sichtbar durch zwei Eigenschaften:
leichtfüssig und locker.
Zampano’s leichtfüssiges Fliegerdasein der ersten Tage im Busch erinnerten mich sehr an Carly, die zwei Jahre zuvor mit ihrem ganz individuellen Fliegerdasein die Gesetze von Bodenhaftung und Grenzenlosigkeit neu definierte und unser Foal-Eventing dadurch überhaupt erst erfand. Wenn nun zwei Jahre später ausgerechnet Zampano mich an Carly erinnert, was war es dann, das diese beiden völlig unterschiedlich gezogenen Fohlen miteinander verband? Ich begab mich also auf die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen genetischen Nenner zwischen Carly und Zampano.

Meine Vermutung lautet, dass bei beiden Fohlen der recht ausgeprägte Vollblutanteil gerade in jüngstem Alter sehr zum tragen kam. Bei Carly drängt sich diese Vermutung auf, sie ist nun mal ein echtes Halbblut und damit ein halbes Rennpferd. Bei Zampano ist ein Blutanteil vorhanden, wenn auch nicht in so hohem prozentualen Mass. Immerhin ist Vater Zhivago mit über 45 Prozent Vollblutanteil einer der am höchsten im Blut stehenden Hengste, die ich bislang genutzt habe.
Zwar ist die Auswirkung selbst von identischen Blutanteilen im individuellen Pferd nicht berechenbar, selbst zwei gleich hoch im Blut stehende Pferde sind selten vergleichbar. Der eine wird oder wirkt veredelt, der andere nicht. Dennoch ist es möglich, dass Zampano zu denjenigen Nachkommen seines Vaters gehört, bei denen dessen überdurchschnittlicher Blutanteil sichtbar zum tragen kommt.

Je länger ich darüber nachdachte, desto besser gefiel mir die Idee der stärkeren Blutausprägung meiner Fohlen. Der Gedanke, nun auch für Fannie einen Hengst mit hohem Blutanteil zu nutzen, machte Sinn – gerade im Hinblick auf nachhaltige Vergleichbarkeit meines Zuchtexperimentes. Nachdem Fannie’s Tochter Deauville mit Zampano einen aussergewöhnlichen Erstling geboren hat, dessen bestechenste Eigenschaften ganz sicher nicht „holländisch“ sind, lag es nah, dergleichen ebenso mit Muttern zu versuchen.
Gern hätte ich daher Zhivago ein zweites Mal und nun auch für Fannie genutzt.
Dumm nur, dass der Hengst 2014 nicht mit Frischsperma zur Verfügung stand.

Und natürlich brachte Fannie erneut das Kunststück fertig, ihre Follikelreife ins Wochenende zu legen und die Dinge darüber hinaus zu verkomplizieren. Es muss die Zeit gewesen sein, als ich mit Fabrice bei Dr. Ahlswede zur Untersuchung war und dort des Doktor’s junges Hengstfohlen von Diatano gesehen habe, das die Mutter des Lindner bei sich führte. Ein tolles Fohlen!
Dieses Fohlen war der spontane Auslöser. Diatano, der all die Jahre so völlig von meinem Schirm verschwunden war, war plötzlich omnipräsent. Dieses Hengstfohlen liess mich wieder daran denken, wie eindrücklich der Hengst höchstselbst sich ein Jahr zuvor durch seine Nachzucht bei mir empfohlen hatte… Hatte ich nicht selber die Empfehlung dazu für die Webeseite des Hengsthalters verfasst - ?

Ein Blick ins Pedigree und ich war einigermassen verblüfft:
Mit über 45 Prozent weist Diatano den selben Blutanteil wie Zhivago auf. Ganz wesentlich verdankt er diesen Einfluss seiner Mutter Baccarole, die mit 58% ein hoch im Blut stehendes Pferd war – Dank Matcho und dem Halbblüter Bariton.
Meine Entscheidung stand fest:
Fannie geht zu Diatano!
Bei meiner Stutenfee traf meine Hengstwahl auf höchstvergnügtes Grinsen, hatte sie doch selber bereits eine junge Tochter des Diatano aus dessen erstem Jahrgang im Stall, die aktuell ein brilliantes Hengstfohlen von Escolar bei Fuss führt. Und auch dieses Hengstfohlen profitiert deutlich von Mutter’s und Muttervater’s blutgeprägtem Einfluss.
Wir werden also sehen, was Fannie daraus macht!



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