Victoria * 5.2.2023
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| Verbleib: Eigene Aufzucht Mai 2026 Anreiten in Münster Mutterstamm: Mutter Fannie Mae war Prämienfohlen a.d. Fohlenschau Heinsberg, Juli 2003 - Silbermedaille SLP Telgte, 13. Juni 2006 - Platz 2/21, Wertnote 7,97 Einzelnoten: Trab 8,0 Galopp 8,5 Schritt 7,5 Rittigkeit Richter 8,0 Rittigkeit Fremdreiter 8,5 Freispringen 7,5 Eintragung in das Hannoversche Hauptstutbuch, 11. August 2011 - Einzelnoten u.a. dreimal die 8, darunter für ihren hervorragenden Schritt - die verdiente Anerkennung im Hinblick auf ihr überdurchschnittliches SLP-Ergebniss, dessen unangebrachte Schrittbeurteilung sie seinerzeit den überlegenen Sieg in dieser Prüfung mit einer Gesamtnote deutlich über 8 gekostet hat. Fannie Mae (Hengstmutter) ist die fünfte von 5 Vollgeschwistern von Fidermark, die alle mit der Fohlenprämie ausgezeichnet wurden, darunter Auktionsfohlen. Vollbruder Fair Play*2002 Rheinischer Reitpferdechampion 2005 Vollschwester Fabrice*1998 FN Leistungsstutbuch C -Nachzuchterfolge- SLP Telgte Platz 1, Wertnote 8,39 Einzelnoten: Trab 8,5 Galopp 8,5 Schritt 8,0 Rittigkeit Richter 9,0 Rittigkeit Fremdreiter 8,5 Freispringen 8,0. Detaillierte Infomationen zu der sporterfolgreichen Nachzucht aus Fabrice finden sich auf ihrer Seite. Vollschwester "Miss Feeny" (Auktionsfohlen) ist Mutter zu Fantastic Sommertänzer von Samarant, 5-jrg Bundeschampionat Drpf, 6-jrg M-Drs gewonnen Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Snoop Dog von San Amour (Heiner Schiergen), St.Georg Special gewonnen, Intermediare-I 2. Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Sugar Candy von San Amour, Dressurpferde A gewonnen, Dressurpferde L platziert. sowie Ripito L von Riccione a.d. Piroschka von Pit a.d. Feodora von Frühlingsball, M-Dressur, DrPF M intl/LUX Detaillierte Informationen zum Ursprung und weitergehenden Stutenstamm finden sich auf der Seite Stutenstamm. Nachzucht Fannie Mae: 01.Februar 2007 - Hengstfohlen von Sir Donnerhall - "Sansibar" gekörter Hengst (Paul Schockemöhle, aktuell Helgstrand Dressage), mehrfacher S-Sieger 11.April 2008 - Stutfohlen von Sir Donnerhall - Sawadee (verkauft, Ndl.) 06.Juni.2009 - Stutfohlen von Rohdiamant - Rarität (Riva) - verkauft als Zuchtstute 05.Mai 2010 - Hengstfohlen von Real Diamond - Rialto Venice (verkauft, Reitpferdeprüfung und Dressurpferde A erfolgreich) 12.April 2011 - Stutfohlen von Don Schufro - Deauville - eigene Aufzucht, gedeckt (Zampano), Dressurpferde A gewonnen, Dressurpferde L 3. 24.März 2012 - Hengstfohlen von Don Schufro - Dago (verkauft) 17.März 2013 - Stutfohlen von Rock Forever - Rapunzel (verkauft, Aufzucht auf dem Hof Altepost) 20.März 2014 - Hengstfohlen von Rock Forever - Rasputin (verkauft in Hengstaufzucht, gekört) 09.März 2015 - Hengstfohlen von Elton John - E.J. Junior verkauft, Reitpferdeprfg gewonnen, Dressurpferdeprüfung platziert 16.Februar 2016 - Hengstfohlen von Diatano - Dubai (verkauft in Hengstaufzucht) 26.Februar 2017 - Stutfohlen von Bencio - Butterfly - eigene Aufzucht, angeritten und gedeckt Sommer 2020 12.Februar 2018 - Hengstfohlen von Benicio - Kunterbunt (verkauft in Hengstaufzucht) 2019 tragend von Benicio - verfohlt 27.Januar 2020 - Stutfohlen von Benicio - Ein zauberhaftes Bienchen - eigene Aufzucht 17.Januar 2021- Hengstfohlen von Morricone - Morris (verkauft in Hengstaufzucht) 2022 nicht tragend 5.2.2023 -Stutfohlen von Vaderland -Victoria Gedanken zur Hengstwahl: warum Vaderland? |
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Die ersten Fotos von Vicky im Alter von drei Tagen. Sie
hat es nicht leicht gehabt. Wie das bei Fannie so ist, die kleine Stute
bringt grosse Fohlen zur Welt. Und wie die Natur das so macht, der
grosse Embryo wird möglichst kompakt aufs kleinste im Bauch der Mutter
verstaut. Ganz besonders die langen Extremitäten werden möglichst
platzsparend aufgerollt. Heraus kommt dann oft ein grosses Fohlen mit
Stelzfüssen. Das war bei Butterfly und Morris nicht anders. Weshalb ich
mich gleich bekümmert darauf einstellte, die ersten drei bis fünf Tage
mehrfach am Tag Pflastertraben mit Stute und Fohlen zu absolvieren.
Nicht schön. Aber die effizienteste Form von Physiotherapie, wenn man
sofort und konsequent damit beginnt. Und doch ein hartes Brot für alle
Beteiligten. Ein junges Fohlen sogar unter Schmerzmitteln therapieren zu
müssen, ist nicht schön. Aber es hilft. Wohl dem, der eine engagierte
Tierärztin um sich weiss, die alles tut, Medikation und Dosierung
möglichst konservativ auf den jungen Organismus abzustellen und dafür
täglich erscheint, um die Depotwirkung optimal auf die kommenden
Pflastertherapien des Tages einzustellen. Der Zweck heiligt die Mittel. Ich bin entschiedener Gegner alternativer chemischer Medikation, die in solchen Fällen gern angewandt wird und den Sehnenapparat der Fohlen dehnt. Bequem für den bequemen Züchter, allemal. Aber das geht in dem jungen Alter zu Lasten des kompletten Organismus mit nicht immer berechenbaren Folge für das junge Fohlen. Mit Hilfe von Stutenfee Ingrid bin ich daher bislang stets den mühsamen konventionellen Weg des Pflastertrabens gegangen und hatte damit bei meinen Fohlen auch immer Erfolg. Gleichwohl war Vicky die erste, die am dritten Tag gar nicht mehr aus dem Stall kommen wollte und Stutenfee Ingrid daher vorausschauend konsequent für fohlengerechte Schmerzmittel votierte. ![]() Weshalb ich mit grosser Dankbarkeit auf diese ersten Fotos im Alter von drei Tagen blicke und einfach glücklich bin, wie unbeschwert, selbstverständlich und fröhlich bockend die kleine Vicky ihre ersten Ausflüge auf der Heuwiese geniesst. Der Sieg über die Stelzfüsschen war zu diesem Zeitpunkt bereits offensichtlich. Jetzt galt es, jeden Tag forsch draussen zu toben und nachhaltig Gewicht auf die Füsschen zu bringen. Unsere leichteste Aufgabe und stets mein grösstes Vergnügen! ![]() Mit dem Sieg über die Stelzfüsschen kam dann auch der Name: Viktoria, die Siegerin. Den hat sie sich verdient! ![]() |
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26.2.2023
![]() Familie Pit kommt zum Fohlenbesuch - so schön! Und wie immer sorgte Piddie mit ihrer jahrelangen Erfahrung souverän dafür, dass ich entspannt einfach mal mit der Kamera draufhalten konnte - die schönste Freude! Danke, Pit! ![]() Vicky hat sich inzwischen zu einer echten kleinen Krawallbiene entwickelt, so wie das sein muss in dem Alter. Regelmässig haben wir früh morgens unseren Waldspaziergang unternommen und Dank Fannies jahrelanger Rountine unseren Horizont dabei weit über die Heuwiese, den Wald und das dahinterliegende Brachland am Bach ausgedehnt. Weshalb Vicky sich in der Gegend bereits allerbestens auskennt und forsch über Stock und Stein die Böschungen rauf und runter knattert. Kein Gedanke mehr, dass dieses Fohlen einmal Anlaufschwierigkeiten hatte ...
Und auch kein Gedanke mehr, dass mit Fannies Fohlenrosse der übliche Fohlendurchfall kam, und -ganz wie auch bei Morris - zu einem echten Problem wurde. Es floss und schoss, und reichlich so, und wollte gar nicht wieder aufhören. Ein weiteres Mal Wohl dem, der eine engagierte Tierärztin um sich weiss, die soetwas persönlich nimmt und einfach alles tut, mit den neuesten Mitteln findige Abhilfe zu schaffen. Betonung liegt auf "neueste" Mittel. Bei Morris hatte es Wochen gedauert, bis wir das Problem in Griff hatten. Bei Vicky dauerte es zwei Wochen, seither ist der Fohlenpopo nachhaltig trocken. Ihr zweiter Sieg über die Umstände, und ja, sie hat sich ihren Namen redlich verdient. ![]() So wurde es einmal mehr auch im Februar jeden Morgen der schönste Start in den Tag an Seite der braven Fannie, die unterwegs zufrieden reichlich frisches Grün zupft und sich das Bäuchlein voll macht. Es sei ihr von Herzen gegönnt. Und natürlich immer mit dabei, die beste Paula, die mir schon freudig entgegenstürmt, wenn sie nur das Auto auf der Zufahrt hört. Herrlich! ![]() 5.3.2023 Heike und Carlotta hatten sich zu ihrem alljährlichen Fohlenbesuch angekündigt und die beiden hatten mit ihrem Timing einen guten Riecher bewiesen: Bunny hatte gefohlt und der kleine Fabelhaft war mit seinem stolzen Ater von einer Woche längst keck und frech genug (O-Ton Stutenfee), um erstmas auch mit zwei Fohlenstuten loszuziehen. "Der wird sich schon zurechtfinden und aufpasssen, dass er nicht an die falsche Stute gerät!"
![]() So war es dann auch. Heike bekam die brave Fannie an die Hand und Carlotta übernahm die wuschige Bunny, die in Gesellschaft von Fannie gar nicht wuschig sondern angenehm entspannt war. Das bot mir einmal mehr Gelegenheit, mit der Kamera in der Hand dabei zu sein und beide Fohlen aussagekräftig in Szene zu setzen. Die beiden liessen sich auch nicht lange bitten und knatterten sogleich los, kaum dass wir unten im Brachland beim Bach angekommen waren. Einfach nur den beiden ausgelassenen Fohlen zusehen - herrlich!! ![]() Vicky im Alter von vier Wochen, der Unterschied zu dem noch zarten Fabelhaft könnte kaum grösser sein! Schuld daran ist -wieder einmal- "Fannie Sahne". ![]() ![]() 11.3.2023 Schnee im März und Sonne dazu! Ausgerechnet diesen einen Tag in einer Woche nur grauer Regentage hatten Philipp und Lukas für ihren ersten Fohlenbesuch in diesem Jahr auserkoren und es machte uns alle Lachen. Die Fohlenbilder im Schnee mit Diva und Morris vor zwei Jahren sind legendär, diese Einrücke von damals hatten wir alle sofort wieder im Kopf als Philip und Lukas auf den Hof rollten. ![]() Sollte es eine ähnlich spektakuläre Fohlenparty werden? ![]() Fannie und Bunny wieherten bereits erwartungsvoll in ihren Boxen, Vicky sorgte krachend für Aufmerksamkeit als die Buben zunächst bei Fabelhaft im Stall verschwanden. "Krachend" kann sie gut! Kürzlich hatte sie krachend Anlauf über die Boxentür genommen, als ich noch mit dem Rücken zur Box auf der Futterkiste die Möhrchen kleinschnibbelte, um mir die Manteltasche für Fannie zu füllen. Staunend drehte ich mich um und konnte es nicht fassen, dass Vicky tatsächlich versucht hatte, über die Boxentür zu springen ... ![]() ![]() Immerhin: wenn die Fohlen ihre Ungeduld so deutlich äussern darf man wohl davon ausgehen, dass sie wissen was kommt und genau das jetzt auch PRONTO einfordern! ![]() Mit Philipp und Lukas sind Fohlentouren immer das grösste Vergnügen! Und natürlich hatte ich einmal mehr die Hand frei für die Kamera und ja, es sollte spektakulär werden! Vicky und der kleine Fabelhaft liessen nichts anbrennen. Nachdem sie den weissen Boden als gängig erkundet und befunden hatten, knatterten die beiden ausgelassen durch das weite verschneite Gelände, intensive Kuscheleinhieten inklusive. Es war einmal mehr die grösste Freude! ![]() ![]() 8.4.2023 Ob wir Fannie und Vicky mitnehmen könnten, oder ob der kleine Galopper noch zu jung sei für einen ersten Waldgang zu viert, hatte ich Stutenfee Ingrid gefragt. Stutenfee Ingrid winkte lachend ab. "Der? Das ist so ein helles Kerlchen, der rennt schon nicht zur falschen Stute, mach dir keine Sorgen, der ist hellewach!" So kam es, dass Fannie und Vicky an Helen's Seite mit von der Party waren bei unserem heutigen Foasl-Eventing zu viert und die beiden genossen es sichtlich: Fannie frass sich pausenlos durch das frische Grün und wäre wohl auch allein im draussen geblieben, so sehr ist sie inzwischen daran gewöhnt. Vicky gab die erfahrene Waldläuferin pickte wahlweise Grün oder drehte kraftvoll ihre Runden um die Bäume. Kraftvoll ist ein gutes Stichwort. Mit ihren zwei Monaten ist Vicky das älteste Fohlen in der Herde und inzwischen geradezu beängstigend gross für ihr Alter, und selbstverständlich ausgesprochen gut genährt dazu Dank Fannie Sahne ... ![]() 14.8.2023 Bereits im Februar geboren sind Vicky und Fabelhaft nun die ersten Fohlen im Alter von sechs Monaten, deren Mütter "abgesetzt" wurden. Während Fannie Mae und Bunny zufrieden in die Stutenherde ohne Fohlen umgezogen sind, profitieren Vicky und Fabelhaft weiterhin von ihrer gewohnten und natürlich gewachsenen Struktur und Hierarchie der Fohlenherde. Stressfreies "Absetzen" für die Jüngsten, wie ich es in all den Jahren bei meiner Stutenfee sehr zu schätzen gelernt habe! ![]() Im Stall und beim Füttern teilen die beiden sich nun eine gemeinsame Box und es ist nur natürlich, dass sie nun auch in der Herde ein unzertrennliches Duo abgeben: "Pat und Patterchon", die riesenhaft wuchtige Vicky und der zarte Fablhaft, der im Vergleich zu Vicky geradzu schmächtig daherkommt. Mutters Sohn eben. Ganz so, wie Bunny selbst als junges Fohlen daherkam und wie sie ihre Fohlen im jungen Alter eben prägt. ![]() 7.4.2024 Als einzige Schwarzbraune tummelt Victoria sich in der Jährlingsherde, die ansonsten nur aus Füchsen besteht. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist ihre schrille Grösse. Fannie's Tochter nimmt sich geradezu riesenhaft in diesem Quartett aus ... Als letzte verbliebene Tochter ihrer Mutter darf sie gern etwas grösser werden, ein Riese muss aber nicht daraus werden!
![]() Herb, wenig charmant, derzeit sogar auf eher überraschend steilen Fesseln stehend, nimmt sie nicht wirklich für sich ein. Kuschelfaktor aussen vor (den hat sie, und ja, natürlich muss man sie einfach gern haben!) ist "das Muli" mein geflügelter Begriff für Vicky geworden, und irgendwie macht es mich schon wieder lachen. Wenn Jährlinge verwachsen, unschön und gern auch wenig apart daherkommen hegt man keinerlei Erwartungen an das "fertige" Pferd. Die Überraschung folgt dann meist 3-jährig unter dem Sattel, und plötzlich sieht man mit ganz anderen Augen hin. Bestes Beispiel dafür ist Caro Lee, die heute alle Erwartungen, die ich nie an sie als unscheinbares Jungpferd hatte, noch weit übertifft. ![]() Auf dem Weg über den Hof zum Paddock lohnt es, auch Mal nach oben zu gucken. Man staunt, was dort so alles wächst ... ![]() 22.5.2026 Von Mulis und Trampeltieren und warum Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt … Alle Jahre wieder im Frühling, sobald genügend Gras auf der kleinen Wiese steht, kommt die nächste dreijährige Stute zum Anreiten nach Münster. In diesem Jahr ist das Fannies letzte Tochter von Vaderland, Victoria. Eigentlich sollte Mal eine ganz konventionelle „Vicky“ aus ihr werden, stattdessen trägt sie schon lange den wenig schmeichelhaften Rufnamen „Das Muli“ vor sich her. Aus Gründen. Gross, zu gross (immer schon), schlacksig, kantig, plump, mit Kopf, und reichlich davon. Bei Stutenfee Ingrid bereichert sie darüberhinaus die Kategorie: „Wenn die von A nach B will, und du stehst im Weg, rennt die dich um.“ Man ahnt die Assoziation zum Trampeltier. Nun. Zu dieser Kategorie gehörte damals auch Butterfly, und wie sehr habe ich dieses Pferdchen später reiten und lieben gelernt?? Aber zurück zum Muli. Wenig charmant in allem, und der Rufname kleidet sie durchaus. Und doch. Googelt man heutzutage „Muli“, wirft die KI folgende Charakterbeschreibung dazu aus: Mulis (die Kreuzung aus Pferd und Esel) vereinen das Beste beider Welten: Sie gelten als äußerst intelligent, trittsicher, ausdauernd und neugierig. Sie haben ihren eigenen Kopf, sind geduldiger als Pferde, verfallen seltener in Panik und bilden eine sehr enge, vertrauensvolle Bindung zu ihrem Menschen. Und genau hier beginnt mein ganz persönlicher Lernprozess. Mehrfach mussten wir den Umzug des Mulis verschieben. Erst war es zu trocken und es stand kein Gras in den Wiesen, dann war es zu nass, und ich hatte Sorge um das bisschen Grasnarbe und die Rutschfestigkeit meines Mulis. Abgesehen davon sollte das Pferd laufen, und nicht schwimmen. In Münster war Mitte Mai jedoch landunter. Freitag vor Pfingsten war es dann so weit. 22.5.2026 Die allerbeste Claudi hatte sich bereit erklärt, das Abenteuer von Verladen und Transport auf sich zu nehmen (ich rechnete fest mit einem Abenteuer, und keinem guten) und so waren wir immerhin zu dritt, Stutenfee Ingrid, Claudi und meine Wenigkeit, um diese nicht unerhebliche Menge Pferd in den Anhänger zu bugsieren und nach Münster zu verbringen. Reine Frauensache. Ladybird war natürlich auch dabei. Es blieb also eine reine Frauensache. Stutenfee hatte vorgesorgt und das Muli schonmal ruhig gestellt. Sehr ruhig gestellt, gemessen an den herkömmlichen Mengenangaben der Verladehilfe aus der Tube. Blieb die Sache mit dem Halfter. Das Muli reckt den Kopf in die Luft rennt rückwärts, gern beides gleichzeitig, je nach Gegebenheit. Die allerbeste Claudi nahm sich des Mulis an. In der schönen grossen Box im neuen Stall sah sie uns schon neugierig entgegen und liess sich gern betüddeln. Betüddeln geht immer. Auf den Arm am liebsten auch. Nur eben nicht mit Halfter in der Hand. Nach zwanzig Minuten hatte Claudi ihr immerhin das Halfter um den Hals legen können und war zuversichtlich: „Wenn du das nächste Mal gucken kommst, haben wir es geschafft!“ Stutenfee Ingrid war derweil noch mit dem Mähwerk beschäftigt und Ladybird wartete geduldig im Anhänger auf dem Hof. Ich fragte mich, wie lange die Verladehilfe aus der Tube wohl wirken würde? Endlich bekam ich die Ansage, den Anhänger rückwärts vor den neuen Stall zu manövrieren, direkt vor die Boxenwand. Ideal eigentlich. Nur die Einlaufschneise fürs Pferd war recht kurz. Das Muli musste quasi im rechten Winkel auf die Rampe klettern. Wie sollte das wohl funktionieren? Tatsächlich hatte ich Rechnung ohne die blaue Leckschale gemacht. Das Muli liebt diese Lackschalen eben so sehr wie Lady und Caro Lee. Kiloweise blaue Leckschalen waren in Münster im Einsatz. Claudi stand mit Kappe (!) („Wenn die mir vor den Kopf haut, hab ich besser ne Kappe auf …“) und Leckschale neben Lady auf dem Anhänger, die Stutenfee hatte das Muli bereits quer vor die Rampe bugsiert, und da stand ich nun etwas ratlos. Platz für eine dritte Person gab es erst, wenn das Muli bereits halb auf der Rampe stand. Immerhin! Den Kopf reckte sie bereits neugierig nach vorn Richtung Leckschale und Ladybird. Stutenfee Ingrid gab sacht die Richtung vor und zögernd fand erst der eine, dann der andere Vorderfuß Platz auf der Rampe. Ich staunte! Nun konnte ich von der anderen Seite Bein für Bein anstupsen und so den Vorwärtsgang motivieren. Zögernd, aber nachhaltig ging es tatsächlich vorwärts. Und nur vorwärts! Das grosse Pferd manövrierte sich langsam aber sicher, brav zu Ladybird auf den Anhänger. Keine zehn Minuten, und wir hatten unser übergrosses Gepäckstück verladen. Und staunten alle drei nicht schlecht wie gut das doch gelaufen war! Ein Riesenrumpler bei der Abfahrt versetzte Claudi und mich noch in Angst und schrecken und den Tiguan in Schwingungen. Danach hörten und spürten wir nichts mehr von unserem Gepäck und kamen sicher in Münster an. Beim Abladen riss das Muli sich dann los und trabte verwirrt über den neuen Hof, die fremde Umgebung. Gut, dass wir Ladybird dabei hatten! Das verwirrte Muli orientierte sich bereits an dem neuen Führpferd und so konnten wir sie zügig wieder einfangen. Der Patzer ging klar auf uns. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zur Wiese und auch hier bewies Ladybird einmal mehr, welchen Wert doch so ein Führpferd hat. Das verwirrte Muli folgte ihr stockend und verwirrt, aber brav. Frusttoben auf der Wiese gab es nicht, das Muli trabte ein paar Mal auf und ab und die einzige, die wirklich mal bockte und tobte, war Ladybird. Strahlender Sonnenschein, sattes Grün, blauer Himmel – Claudi hatte sich einen Sessel an den Weidezaun geschoben und gab acht, dass das Muli im ausgenüchterten Zustand nicht doch noch auf dumme Gedanken kam. Aufmerksam, den Kopf hoch, ganz hoch, beobachtete das junge Pferd immer wieder seine neue Umgebung. Um dann entspannt an Ladys Seite weiter zu grasen. Sehr schön! Zwei Stunden später brachten wir unsere Fracht dann in den Stall, und das Muli folgte Ladybird bereits vertrauensvoll durch die fremde Umgebung. Gucken, stocken, aber immer auf den fuchsroten Popo vor ihr fokussiert. So sollte das sein.
![]() Der Stress begann in der Box, als sie Ladybird nicht mehr sehen konnte. Aber da musste sie nun durch. Nachmittags kam dann Michael in grosser Freude, noch vor seinem Pfingsturlaub erstmals bei dem „neuen jungen Pferd“ helfen zu können. Ich war ihm so dankbar und sehr gespannt, wie das Muli sich benehmen würde. Trampeltier? Meine Sorge sollte sich als unbegründet erweisen. Das Muli stockte, guckte, und blieb doch immer vertrauensvoll an Ladybird dran. Um die Halle, über den Springplatz, die kleine Rennbahn entlang – was sie morgens noch in sichtbar Furcht versetzt hatte (Pferde unter schillernd glitzernden Fliegendecken, die überall wie Pilze aus dem Boden schossen), nahm sie nun mit Bedacht zur Kenntnis. Michael war schon derart guter Dinge und überzeugt von seinem neuen Schützling, dass er bereits den ersten Weg bis zur Eisenbahn vorschlug. Ich war beeindruckt. So weit weg vom Stall spazieren hatte ich wirklich nicht fürs erste Mal eingeplant. Doch es lief! Irgendwann liess auch das Muli den Hals fallen und „hirschte“ nicht mehr daher, sondern spazierte sichtlich entspannt hinter und neben Ladybird daher. Bis zur Eisenbahn. Neben den Gleisen wuchs sattes Gras, daran fanden die beiden grossen Gefallen. Entspannt. In aller Ruhe. Donnerwetter! Beeindruckt, und wirklich positiv beeindruckt kamen wir wieder im Stall an. Eine gute Stunde waren wir unterwegs gewesen und ich staunte nicht schlecht. Das Muli hatte bereits eine Menge gelernt und dabei keinen falschen Tritt getan. Früh am nächsten Morgen war Danni zur Stelle, und wir brachten beide Pferde gemeinsam auf die Wiese. Zögernd guckend, aber stets brav hinter Ladybird her. Kein falscher Tritt. Wieder nicht. Zum reinholen hatte Claudi sich angesagt, über Pfingsten hatte sie Zeit für uns und ich nahm es dankbar an. Wir machten da weiter, wo wir tags zuvor mit Michael aufgehört hatten und ich war einmal mehr positiv angetan. Mittlerweile konnte Claudi mit dem Muli bereits vorweg spazieren und ich hatte Mühe, mit Ladybird hinterher zu kommen. Die steckte nämlich stets fest im tiefen satten Gras rund um den Hof, den Feldern und Wäldern. Wälder! Claudi liess wahrlich nichts aus. Kleine Rennbahn, Bahnweg, Waldstück. Das furchterregendste Stück Reitweg entlang der Strohballenstapel unter Planen, Schleppern und Paletten. Das Muli guckte, lief hin, guckte nochmal und nahm alles gelassen zur Kenntnis. Ladybird stand immer ruhig dabei. Ich staunte. Unbedingt musste es nun aber auch wirklich durch den Wald gehen, der kleine Pfad, der inzwischen mehr Dschungelpfad als Waldweg war. Das Muli spazierte brav und unbeeindruckt vorweg. Selbst über den Baumstamm, über den Ladybird eher stolperte. Ganz und gar sprachlos war ich dann, als wir auf einen blauen Wassergraben stiessen, der nicht wirklich zugänglich weggepackt war und in dem Wasser stand. Es war das Muli, und nicht Ladybird, das sich neugierig dem Graben näherte und nach kurzer Zeit zufrieden daraus trank. Eine gute Stunde waren wir wieder unterwegs und das Muli hatte wieder reichlich dazu gelernt und keinen falschen Tritt getan. Wieder nicht. Wenn ich im Stall gefragt wurde, was das denn für ein neues Pferd sei, und nur lakonisch „das ist das Muli!“ antwortete, ergriff Claudi bereits entschlossen Partei. „Ein ganz braves Pferd! Und die will ja alles richtig machen! Die ist nur neugierig und schüchtern!“ Tatsächlich hatte ich dem wenig entgegenzusetzen. Bis auf die Sache mit dem Halfter. Und Hufe geben. Beides übte ich später wieder allein in Ruhe in der Box, und so dankbar das Muli auch für Gesellschaft und Betüddeln war, ein Riesenross gegen sein Verständnis aufzuhalftern oder gar Hufe zu heben, ist kein Spass. Sonntagmorgen, und ich wartete gar nicht mehr ab, bis Danni Zeit für uns hatte. Ich war mir sicher, das schaff ich auch allein mit beiden Pferden zur Wiese … So war es. Das Muli stand brav und erwartungsvoll vor der Boxentür und sah zu, wie ich Ladybird sorgfältig von Kopf bis Fuss eindeckte. Ebenso brav stapfte das Riesenross dann aus der Box heraus auf die Stallgasse, drehte sich freundlichst ein paar Mal im Kreis um mich herum (wenn Hufe auskratzen nicht ging, dann musste es eben Dreck im Kreis abtreten sein …) und los gings. Brav „hirschte“ sie neben uns daher und ebenso brav stand sie still neben Ladybird und mir, bis ich die Litzen geschlossen hatte. Als Claudi zwei Stunden später zum reinholen kam, setzten wir unsere gemeinsame Entdeckungsreise fort. Das Muli lernte und lernte. Und tat wieder keinen falschen Tritt. Pfingstmontag hatten Claudi und ich dann beide die selbe Idee: Kleine Halle, laufen lassen! 25.5. Wie alle anderen jungen Pferde war auch das Muli beeindruckt von der kleinen Halle. Und doch war ihr Vertrauen in Lady grenzenlos und sie hielt sich dicht an ihrer Freundin. Putzig anzusehen, Pat und Patachon, und kopflose Raserei auf und ab gab es gar nicht – was für ein braves Pferd! Wälzen allerdings wollte sie sich noch nicht, auch wenn Lady es ausgiebig vormachte. Zum Einfangen brauchte es dann auch noch etwas Zeit, doch Caudi hatte reichlich Leckerli dabei und tastete sich mit Ruhe und Überzeugung ran. Allerdings blieben nur Möhrchen im Pferd, alles andere, selbst Apfelstückchen, fielen immer wieder raus. Ich war überrascht. Das war das erste junge Pferd, dem selbst Apfelstückchen fremd waren … 26.5. Für die kommende Woche hatte Michael sich allmorgentlich angesagt, ich war beseelt! Gleich Dienstag nutzte ich die Gelegenheit für das erste Handpferdereiten. Das Muli stand brav neben Ladybird auf den Putzplatz und war sichtlich verwirrt, als ich plötzlich hoch oben im Sattel sass. Klopfen, beruhigen, Longe aufnehmen. Man merkte dem Pferd die Verwirrung an, zögernd aber brav lief sie neben uns her aus dem Stall. Ich hatte Michael gebeten, uns bis zu den Wiesen zu folgen. Viel konnte er nicht ausrichten, aber es gab mir Sicherheit. Er würde zur Stelle sein, wenn es galt das ein oder andere Pferd einzufangen… Als er auf Höhe der kleinen Halle hinter uns zurück blieb, hatte ich die volle Konzentration des Mulis. Guck an! Sie lief flüssiger, besah sich rege die Umgebung, aber blieb stets auf Kopfhöhe bei mir. „Kopfhöhe“ war in diesem Falle auch für mich ungewohnt. So hoch neben mir war noch kein Handpferd unterwegs. Das Muli war beängstigend gross aus Reitersicht. Schob sie ihren Kopf über Ladys Hals, blockierte der grosse Pferdekopf vor mir einfach alles. ... und könnte mich sicherlich in Wohnungsnot bringen, wenn es Durcheinander gäbe … Daran wollte ich erstmal nicht denken. Beeindruckt, aber brav, schritt das grosse Muli um die Wiesen rum neben uns daher. Ermutigt nahmen wir die kleine Brücke Richtung Bahndamm, Michael folgte uns bis zur Brücke um uns im Blick zu haben. Tatsächlich lief das Muli immer flüssiger nebenher, je weiter wir uns vom Stall entfernten. Das war im letzten Jahr mit Lilith schon genau so gewesen: je weiter es Richtung nirgendwo ging, umso weniger zog der Stall rückwärts. Als wir um die Ecke des offensichtlich raschelnden Kornfeldes kamen, schoss das Muli erstmals entsetzt an uns vorbei. Oder besser: sie wollte im zackigen Trab „flüchten“. zackig trabend zu überholen. Mit einem scharfen Ruck am Halfter quittierte ich den Ausbruch und war selbst überrascht, wie heftig sie darauf reagierte und sich prompt mit einem kurzen Stöhnen beinahe auf den Hintern setzte. Donnerwetter! Mit einer solchen Reaktion hatte ich nicht gerechnet, aber gut zu wissen dass diese 600 und mehr Kilo Pferd offensichtlich leicht zu handeln war wenn man sofort angemessen eingriff. Sie kaute, war angespannt, aber blieb brav neben uns. Es dauerte auch nicht lange, und die Spannung verging. Braves Pferd! Kurz vor dem Bahnübergang wurde das Muli dann auf einmal sehr gross und sehr besorgt: Rot weiss leuchtendes Andreaskreuz! Schranken! Das war dann doch etwas viel inmitten all dem wogenden und satten Grün, und erstmals ging es nicht mehr weiter. Das junge Pferd tat, was ein Pferd in Sorge tut wenn der Fluchtinstinkt nicht erlaubt ist: Sie suchte ihr Heil bei Lady und schob uns ihren Kopf quer über Ladys Hals. Ohren straff gespitzt und über die kleine Lady hinweg besorgt den Bahnübergang im Blick. Kurios. Da sass ich nun mit einem Riesenpferd vor dem Schoss und guter Rat war teuer. Ich liess sie gucken bis die Spannung abfiel und die Ohren nicht mehr bebten, dann konnte ich sie sanft zur Seite schieben. Besonnen setzen wir den Weg fort, ich achtete darauf, immer vorher zum Halten zu kommen bevor sie es tat. Das schaffte Vertrauen und so kamen wir bis dicht vor den Bahnübergang. Dort drehten wir zwei, drei Volten und siehe da: das grosse Pferd entspannte und war gar nicht mehr besorgt. Sehr schön! Sie lernte schnell! Zweimal kehrten wir um und ritten wieder bis zum Bahnübergang, gar kein Problem. Damit sollte es für heute genug sein. Das junge Pferd hatte genug neue Eindrücke zu verarbeiten, sie kaute fortwährend und das war ein gutes Zeichen! Wir nutzen die Gelegenheit und ließen die beiden Pferde gemeinsam in der kleinen Halle laufen. Deutlich verbessert bereits zum Vortag lief es noch nicht ganz rund, aber das grosse junge Pferd hatte schon deutlich begriffen dass der beste Platz immer brav hinter Lady her war … Die nächsten beiden Tage übten wir dann konsequent gemeinsames laufen lassen in der kleine Halle und es war die helle Frede zu sehen, wie das grosse Muli seinen Platz brav hinter Lady her einnahm. Die selbst wiederum grossen Wert darauf legte, dass ihr Platz als Alphatier an der Tete war! Im Schritt und Trab war das auch kein Problem, setzte das Muli aber mal zum Galopp an, hatte Lady keine Chance mehr auf die Tete. Weshalb sie schlau die kurzen Seiten innen abkürzte um dann an der langen Seite wieder vorn zu sein. Wir hatten unser grosses Vergnügen an den beiden so unterschiedlichen Pferden, die sich einfach perfekt gemeinsam hin und her arrangierten und offensichtlich selber ihre Freude an dem ehrgeizigen Spiel hatten! Im Stall übte ich dann immer wieder aufhalftern und das klappte mittlerweile immer besser. Noch trug sie das Weidehalfter auch in der Box und ich übte das aufhalftern immer mit einem zusätzlichen zweiten über dem ersten. Irgendwann musste ich dann auch nicht mehr nach dem ersten Halfter greifen um überhaupt an den Pferdekopf zu kommen, und irgendwann reckte sie den Kopf auch nicht mehr bis in den Himmel (weit über meine Reichweite hinaus – das Muli ist ein Riese!), die Fortschrotte waren im wahrsten Sinne des Wortes greifbar! Wenn es nur mit dem Hufe geben mal auch so einfach wäre … Frei in der Box war das Hufegeben wahlweise „Glück“ oder purer Stress. Rückwärts auf drei Beinen oder mit dem Huf in der Hand und Pferd zu Boden sacken waren keine Alternativen und das machte mich fertig. Bis ich eines Tages auf dem Putzplatz einfach beherzt nach dem Huf griff. Siehe da: überhaupt kein Problem! Ich glaubte an Zufall und versuchte es gleich nochmal: Wieder hatte ich den Huf in der Hand und das Pferd stand! Fortan wurde Hufe geben nur noch angebunden auf dem Putzplatz geübt und selbst die Hinterbeine liessen sich anheben. Mir fiel ein Stein vom Herzen! 29.5. Freitag war Claudi wieder an Bord und wir wollten erstmals gesattelt laufen lassen. Satteln hatte ich ausgiebig auf der Stallgasse geübt und es war überhaupt kein Problem. Tatsächlich lernte das Muli rasend schnell. Das Riesenross war derart unkompliziert, ich mochte es gar nicht glauben. Das brave Muli hatte mittlerweile zahlreiche Freunde im Stall gefunden und ich war es, die sich der Schelte ausgesetzt sah, kein gutes Haar an dem Pferd zu lassen. Muli? Trampeltier? Tatsächlich hatte das Pferd noch keinen falschen Tritt getan und benahm sich einfach nur mustergültig. Auf Björns Anhänger hatte sie sich selber eines Tages spontan die Rampe hoch getastet und es war Lady, die den Rückwärtsgang einlegte, kaum dass beide Pferde gemeinsam im Anhänger standen. Gesattelt machten wir uns heute auf den Weg in die kleine Halle und ich war auf alles gefasst. Und wieder verblüffte das Muli uns gewaltig. Im Schritt aussen rum hinter Lady her war kein Problem, doch auch als wir die beiden dann antraben liessen passierte genau nichts. Das Muli gesattelt hinter Lady her, zuckte nicht, ruckte nicht, es gab kein Bocken, kein Luft anhalten einfach nichts! Selbst beim Galoppieren passierte nichts. Claudi und ich war schwerst beeindruckt. Was für ein unfassbar braves Pferd! Und so etablierten wir unseren "Keksdosen Moment". Sobald wir fertig waren und die Pferde brav im Schritt noch ein zwei Runden um uns herumliefen, sammelte ich unser beider Peitschen ein und lief Richtung Tür, um die Peitschen rauszubringen. Das lief jedes Mal so ab. Einfach immer. Claudi stand dann weiterhin ruhig auf ihrem Zirkelpunkt und ich hatte die Tür noch nicht erreicht, da wandten sich beide Pferde wie auf Kommando zeitgleich zu einem "Abteilung rechts um - Maaarsch!"ab und schritten nebeneinander auf Claudi zu. Ruhig, gelassen, unbeirrt. Die Öhrchen vor und freundlich Claudi ansehend standen sie dann da, nebeneinander und gut sortiert vor Claudi auf der Mittellinie. Acht Beine sauber nebeneinander im Gleichmass sortiert, vier Öhrchen gespitzt und zwei Nasen höflich abwartend gen Claudi gerichtet. Kein Drehbuch hätte die Szene besser schreiben können. Wir mussten herzlich lachen ob dieser Darbietung. Die Intention war eindeutig. Claudi hatte erst kürzlich den Leckerlie Beutel des Jagdhundes zweckentfremdet und trug das kleine Beutelchen seither mit Leckerlies gefüllt unauffällig am Gürtel mit sich rum. Wirklich unauffällig. Gleichwohl, Lady und das Muli hatten schnell gelernt und Claudi hatte nicht gespart. Wer brav war, bekam ein Leckerchen zugesteckt. Und Lady und das Muli waren brav. Immer. Und da standen die beiden also geduldig und warteten auf ihre leckerchen. Die auch prompt kamen. Danach wurde die Schrittrunde fortgesetzt. Da war Claudi konsequent. Und die Pferd folgten brav. Die Szene rührte mich vom ersten Tag an und mit jedem Mal, das die Pferde nach einsammeln der Peitschen mit ihrem koordinierten Rechts-um-Marsch den Keksdosen Moment inszenierten, war es eine Zelebration von Harmonie und Vertrauen. Claudi und ich hatten jedes Mal die grösste Freude daran. So schön! „Wenn das morgen genau so läuft, fangen wir nächste Woche mit dem Aufsitzen an!“ Und natürlich verlief es am nächsten Tag genau so unproblematisch, das Muli lief wie ein Kirmespony gesattelt brav hinter Lady her. Aus der Fassung geriet sie erst, als ich die Bügel runterhängen liess. Es war das erste Mal, dass das brave Pferd kopflos wurde und wegen der flatternden Bügel in Panik geriet. Da musste sie nun durch. Wenn ich aufsitzen wollte, mussten die Bügel lose am Pferd hängen und auch mal gegen den Bauch baumeln, ohne dass sie erschreckte. Und doch: Zwei Tage sahen Claudi und ich uns das Elend an, das brave Pferd geriet immer wieder ausser sich mit den baumelnden Bügeln, es tat mir bitter leid, das zu sehen. Das ganze gipfelte in einer Panik, die sie in höchster Not dicht um Lady herumspringen liess. Eine derartige Demonstration von Vertrauen in das Alphatier hatte ich noch nie erlebt. „Fluchtinstinkt“ wäre das Natürlichste gewesen, Raserei durch die Halle, um vor dem Bügelbaumel zu fliehen. Stattdessen suchte das grosse Pferd in seiner Not Schutz bei seiner Freundin und galoppierte auf engstem Raum in Minivolten dicht um Lady herum! Was zur Folge hatte, dass entweder die Bügel oder auch das ganz Pferde immer wieder gegen Lady rummste, der das überhaupt nicht gefiel. Ausweichen ging nicht, das Muli kreiste Lady nahe der Bande geradezu ein. Weshalb Lady einen Satz nach vorn tat und davongaloppierte, das Muli in seiner Not dicht hinterher, zu dicht, warnte die Lady und drohte auszuschlagen. Das kopflose Muli ignorierte die Geste und blieb dicht an Lady dran – zu dicht. Im gestreckten Galopp bockte Lady und setze an zum heftigen ausschlagen, gezielt auf die Brust des Mulis, nur um dann die Hinterbeine im Höhepunkt des Ausschlagens zackig dicht unter den Bauch zu ziehen, um das Muli bloss nicht zu treffen. Was für eine anständige Stute! Der Schlag blieb aus, diese eindrückliche Warnung war jedoch angekommen. Claudi und ich waren sprachlos ob der Lady. Und beschlossen beide zugleich dem Elend ein Ende zu bereiten. Baumelnde Bügel waren kein Selbstzweck. Das Muli hatte hinreichend bewiesen, dass es brav mit dem Sattel lief, leichten Bügelschlag akzeptierte sie wie alles andere, mehr musste wirklich nicht sein. Am nächsten Tag steckten wir die Bügel zum Laufenlassen hoch und es Tat mir in der Seele weh zu sehen, wie das Muli nur verschreckt darauf wartete, dass der „Baumel“ wieder losging. Sie sprang ein paar Mal davon, beruhigte sich aber jedes Mal schnell, als nichts passierte. Claudi und ich sahen betroffen zu. Da hatten wir dem jungen Pferd durchaus zugesetzt und es war richtig, das Prozedere zu beenden. Ruhig liefen die Pferde wieder hintereinander her, mehr musste nicht sein. Zeit aufzusitzen! ![]() Vom Einzug bis zum ersten Ausritt hat es drei Wochen gedauert - niemals hätte ich das für möglich gehalten! Das Bild ist vom 13. Juni und noch des abends schickte Claudi eine Nachricht: "Sabine, tatsächlich sind es erst drei Wochen her. Es kommt mir schon ein bisschen länger vor, aber es war der 22. Mai, als wir dein Pferd abgeholt haben, ich habe nachgesehen. Toll!" 10.7.2026 Der erste Galopp! Aufsitzen, führen im Sattel, als Handpferd mit ins Gelände - das Muli hat einfach alle Herausforderungen mit Auszeichnung gemeistert und mir darüberhinus vom ersten Moment an ein geradezug wohliges Sattelgefühl vermittelt. Ich mochte es selbst nicht glauben und Claudi freute sich so richtig und schalt mich einmal mehr und gern ob all meiner Vorurteile gegenüber dem Muli. Ganze drei Male hatte Claudi mich beim Ausreiten auf dem Muli an der langen Leine, danach blieb die Longe zu Hause. Auch wenn Lenkung, Gas und Bremse noch nicht installiert waren vermittelte das Pferd mir einfach ein sicheres Gefühl. Nach einigen gemeinsamen Ritten über Felder, Rennbahn und ins Grüne -inzwischen war auch die neue Trense (!) zum Einsatz gekommen. Noch nie hatte ich einem jungen dreijährigen Pferd eine eigene neue Trense gekauft! Claudi quittierte es mit einem höchstvergnügten Grinsen- verlegten wir das Reiten jedoch in die Halle. Sehr zu meinem Unmut. Anlehnung und Stechfliegen bereits am frühen Morgen waren die Günde. Auf einem immer wieder dreibinig unter sich tretendes Pferd zu sitzen ist ohnehin kein Spass, wenn dazu die Lenkung noch nicht installiert ist, stellt die Häufigkeit dieser Situationen die Produktivität des ganzen Unternehmens in Frage. Doch dazu später mehr. Drei Mal hatte ich das grosse Pferd nun in der grossen Halle geritten, und ich tat mich damit wohl schwerer als das Pferd selber. 90° Ecken auf jungen Pferden sind nunmal nicht mein Ding. Geradeaus auf dem Hufschlag die Bande entlang schreiten und traben musste das Muli erst lernen. Im Gelände gibt es nunmal keine Bande, der wesentliche Anziehungspunkt ist und bleibt das Führpferd. Überaus bequem für den Reiter im Sattel. Anfangs lief Claudi daher noch auf Abstand mit der Longe in der Hand auf drittem und vierten Hufschlag nebenher: "Bis E kannst du traben, so weit kann ich in dem Tempo mitlaufen. Dann musst du aber irgendwie auf die halbe Bahn abwenden, 60 Meter schaff ich nicht!" Die allerbeste Claudi! Und doch. Das Muli lernte schnell. Aussenrum lernte sie ebenso wie abwenden auf zirkelähnliche Linien, selbst im Trabe reichte es bald, einfach nur die Gerte an der äusseren Schulter anzulegen und das Pferd folgte der Wendung statt nach aussen weg zu brechen. Braves Pferd! Alsbald bat ich Claudi, uns loszulassen und sie marschierte lediglich weiterhin neben der Mittellinie mit uns auf und ab. Beim dritten Hallenreiten kam die Longe schon gar nicht mehr zum Einsatz, stattdessen arrangierten wir uns bereits -gänzlich unerwartet- mit einem weiteren Reiter in der Halle. Als Tanja mit dem Öhrchen zu uns stiess wollte ich sofort abbrechen. "Auf gar keinen Fall!", intervenierte Claudi. "Das reitest weiter und das Pferd macht das auch mit!" Wieder sollte sie recht behalten. Ein, zwei eierige Runden (vorsichtshalber wieder mit Longe), dann war die neue Situation geklärt und das Muli trabte trotz Ablenkung brav auf der halben Bahn unter mir daher. Und es waren eben immer wieder Situationen wie diese, die mich an dem jungen Pferd wachsen liessen. Wer hätte das gedacht? "Und beim nächsten Mal galoppierst du dann Mal in Ruhe an!" "Auf gar keinen Fall!" ... ![]() An der Seite von Ladybird lernt das Muli einfach alles. Waschbox gehört auch dazu! Notgedrungen mussten wir heute in die kleine Halle umziehen. In der grossen Halle tummlten sich trotz -oder gerade wegen?- der Sommerhitze reichlich Dressurspezialisten. Claudi führte uns in die kleine Halle und kaum waren wir dort angekommen, erschrak das Muli heftig und drehte bei: vor der kurzen Seite draussen waren vorübergehend die Anhänger geparkt und das riesenhafte Ross erschrak sich mächtig beim Blick durch die hohen Fenster angesichts der ungewohnten Ansicht. Merke: wenn du auf einem Riesenross sitzt und dieses den Kopf hebt, sieht es auch aus noch so hochgelegenen Hallenfenstern alles, was anderen Pferden verborgen bleibt ... Wieder wollte ich abbrechen, wieder intervenierte Claudi: "Das kannst du und das Pferd macht das auch mit!", und wieder sollte sie recht behalten. Mit unendlicher Ruhe und Geduld führte Claudi uns an der kurzen Seite solange auf und ab, bis das Muli die Anhänger als das neue Normal wahrnahm und gar nicht mehr hinguckte. Statt dessen schritt sie in einerm geregelten Schritt flüssig und brav unter mir daher. Braves Pferd! Wir trabten und wechselten im Trabe die Hand und ich war beeindruckt, wieviel das Pferd in nur drei Mal "grosse Halle reiten" an Lenkung und "auf Spur bleiben" dazu gelernt hatte. Ich war geradezu vergnügt und Claudi hatte ihre Freude an uns. "Und jetzt galoppierst du einfach Mal in Ruhe an!" "Auf gar keinen Fall!" Und doch. Wie lange -und worauf?- wollte ich noch mit dem ersten Galopp warten? Es kam die nächste kurze Seite, ich sass bewusst im Sattel ein, klopfte mit der Gerte auf die innere Schulter und hörte mich laut "GAAA-lopp!" sagen. Und wie im Lehrfilm galoppierte das Muli aus der zweiten Ecke der kurzen Seite an. Und galoppierte. Lässig, geradeaus, einfach gelassen aussenrum. Die Ecken rundete sie von selber ab und passte das ganze kleine 40-er Hallenformat ihren riesigen Galoppsprüngen an. Und was war das für ein Galopp! Gross, schwungvoll und hinreissend mitnehmend - und immer im Rhythmus - ich war begeistert!!! Claudi auch. Davor hatte ich mich nun die ganze Zeit gedrückt? Vor diesem angaloppieren, so ganz und gar unkompliziert, vom Fleck weg und auf den Punkt dazu? Was für ein tolles junges Pferd! Sie hatte meine Galopphilfe, die sie ja gar nicht kannte, sofort richtig gedeutet, angenommen und umgesetzt. Kein aus-wüstem-Trabe-in-den-Galopp-rennen, stattdessen akkurates angaloppieren im Handgalopp unter Beibehalt dieses berauschenden Rhythmus'. Keine Frage. Das Muli war ein echtes Galoppferd. Diese Gangart lag ihr! Durchparieren war einfach. Sie fiel sofort vom Trab in Schritt und eigentlich wollte sie sogar stehen bleiben. In diesem Fall liess ich das als verdienten Keksdosen-Moment durchgehen und wir marschierten direkt zu Claudi. Und ich weiss nicht, wer von uns beiden sich mehr über diesen ersten Galopp freute: Claudi, weil sie mit allem -wieder einmal- recht behalten hatte, oder ich, weil das junge Pferd so grossartig geliefert hatte - wieder einmal. Derart vertrauensgestärkt machten wir uns auf zum Handwechsel zur nächsten Trabrunde. Ob es rechts rum auch so gut laufen würde? Oder ob der erste gelungene Galopp einfach nur dem glücklichen Zufall geschuldet war? Kurze Seite -die kurze Seite bei den Ahängern- einsitzen, Gerte auf Schulter klopfen, "GA-lopp!" und ich zählte mit: genau drei Trabtritte und das Muli galoppierte an. Erneut sofort passend im Handgalopp, erneut vom Fleck weg in diesem mitnehmenden grossen Rhythmus - herrlich! Zwei, drei Runden aussenrum, dann war es gut. Durchparieren - und diesmal sehr darum bemüht, weiter zu traben und nicht gleich wieder in den Keksdosen-Standmoment zu fallen. Und strahlen, strahlen, strahlen! Danke Claudi - danke, Muli! Das war nun ein grosser Meilenstein auf unserem Weg zum Reitpferd. Für alle Beteiligten. Noch dazu in der Halle. Galoppieren hatte sich in der Vergangenheit mit den jungen Pferden immer auf der Rennbahn neben dem Führpferd her von selbst ergeben. Diesmal war es anders. Bei unserem letzten Ausritt hatte das Muli sich erstmals heftig erschrocken, als unmittelbar vor uns ein grosser Reiher mit weiter Flügelspanne aus der Böschung aufgeflogen war. In der Tat eine Szene wie aus dem Dino-Land, die auch mich erschreckt hatte. Entsetzt reckte das Muli den Kopf in die Luft und jagte blind davon. Das Pferd ging durch. Ich sass hilflos im Sattel und hatte keinen Ahnung, wie ich das Geschoss anhalten sollte. Statt dessen sah ich uns in Gedanken schon mit gebrochenen Knochen vor einem Baum oder im Graben liegen ... Graben war dann auch das Stichwort und irgendwie schaffte ich es, das Muli unmittelbar vor dem tückischen Bewuchs der bedrohlich nahekommenden Grabenkante zum Stehen zu bringen. Bebend stand das Pferd, da hörten wir es hinter uns poltern. Ich hatte gerade genug Zeit zum luftholen, und das Muli jagte erneut vor dem polternden Geräusch davon. Aufs freie Feld diesmal, und mir rutschte erneut das Herz in die Hose. 'Wenn sie jetzt noch bockt, flieg' ich im hohen Bogen durch die Luft ...' Sie bockte nicht. Ich flog nicht. Irgendwie brachte ich das Pferd erneut zum stehen. Das Poltern hinter uns waren Claudi und Lady gewesen, die ebenso wüst hinter uns hergestürmt waren, als das Muli davon jagte. Da hatte Claudi auch Lady nicht mehr ruhig halten können. Ausser Atem sahen wir uns an. "Respekt, Sabine, dass du das gesessen hast!" Ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte. "Das war dann wohl jetzt mein Diva-Moment", konstatierte ich lakonisch.Claudi wusste sofort, was ich meinte. Die spektakulären Bocksprünge, die ich vor zwei Jahren auf der jungen Diva ausgesessen hatte. So einen Moment von Hilflosigkeit und Gefahr hatte ich eigentlich nie wieder auf einem jungen Pferd erleben wollen. "Jetzt hast du es jedenfalls hinter dir. Und es ist nochmal gut gegangen." So sah ich das auch. Allerdings war von jetzt an der Wurm drin und das sonst so kooperative Muli beruhigte sich gar nicht mehr. Ungeregelte zappelte sie hin und her und schweissnass wie sie war, klebten die Bremsen an ihr und machten sie zusätzlich verrückt. Das Muli riss den Kopf hoch, lief mit rausgedrücktem Unterhals gegen Hand und Rücken und schlug sich immer wieder auf drei Beinen stehend unter den Bauch. Nicht gut. Das war der Grund, unsere künftigen Reiteinheiten erstmal in die Halle zu verlegen. Das Pferd musste zu Ruhe und Gleichmass finden und ich musste herausfinden, ob sie der Fiegen wegen genervt gegen die Hand lief oder ob sich hier bereits ein nachhaltiger Reiterfehler etablierte. Der Gedanke, möglicherweise einen Profi bitten zu müssen, sich des Problems anzunehmen, gefiel mir gar nicht. Tatsächlich hatte es solche Tendenzen im letzten Jahr auch mit der blonden Lilith gegeben, ich hatte es nur verdrängt. Auch mit Lilith waren wir irgendwann vorübergehend in die Halle gezogen und Claudi sorgte von unten dafür, dass das Pferd flüssig unter mir aussenrum trabte und so überhaupt erstmal eine ruhige Anlehnung zuliess. Drei Mal waren wir mit Lilith in der kleinen Halle unterwegs gewesen, danach konnte ich das Pferd auf der Rennbahn bewusst an die Hand herantreiben. Liest sich einfach, war aber in seiner Gesamtheit durchaus ein Prozess von einigen Wochen. |
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