Otik Counter

                         Butterfly * 27.2.2017  

 

    Beltain Hann. *1984  
  Belissimo Rheinld. *1999    
    Roxa Rheinld. *1980  
Benicio Hann. *2005      
    Velten Third Hann. *1989  

 

Valencia Hann *1997    
    Wanja Hann * 1992  
       
    Florestan Rheinl. *1986  
  Fidermark Westf. *1992    
    Watonga Hann. * 1985  
Fannie Mae Rheinl. *2003      
zweifache Hengstmutter   Frühlingsball Westf. *1970  
  Feodora Rheinl. *1992    
    Rebecca Rheinl. *1980  
       
    Hann. Stamm Nr. 367 nach Schridde
Marmor, Riccione, Bogenschütze u.a.
 



 

Verbleib:
eigene Aufzucht
Sommer 2020 Anreiten in Münster
seit Mai 2020 tragend von Cadlanvalley Sir Ivanhoe

Mutterstamm:

Butterfly ist Halbschwester zu dem gekörten Sansibar, 8-jährig mehrfach S gewonnen mit über 70 Prozent, jüngstes Pferd Preis der Besten, Warendorf 2015
Butterfly ist Halbschwester zu dem gekörten Rasputin, Westfälische Hauptkörung 2016

Mutter Fannie Mae war Prämienfohlen a.d. Fohlenschau Heinsberg, Juli 2003 - Silbermedaille
SLP Telgte, 13. Juni 2006 - Platz 2/21, Wertnote 7,97
Einzelnoten: Trab 8,0  Galopp 8,5  Schritt 7,5  Rittigkeit Richter 8,0  Rittigkeit Fremdreiter 8,5  Freispringen 7,5
Eintragung in das Hannoversche Hauptstutbuch, 11. August 2011 - Einzelnoten u.a. dreimal die 8, darunter für ihren hervorragenden Schritt - die verdiente Anerkennung im Hinblick auf ihr überdurchschnittliches SLP-Ergebniss, dessen unangebrachte Schrittbeurteilung sie seinerzeit den überlegenen Sieg in dieser Prüfung mit einer Gesamtnote deutlich über 8 gekostet hat.

Fannie Mae (Hengstmutter) ist die fünfte von 5 Vollgeschwistern von Fidermark, die alle mit der Fohlenprämie ausgezeichnet wurden, darunter Auktionsfohlen.
Vollbruder Fair Play*2002 Rheinischer Reitpferdechampion 2005
Vollschwester Fabrice*1998 FN Leistungsstutbuch C -Nachzuchterfolge-
SLP Telgte Platz 1, Wertnote 8,39 Einzelnoten: Trab 8,5  Galopp 8,5  Schritt 8,0  Rittigkeit Richter 9,0  Rittigkeit Fremdreiter 8,5  Freispringen 8,0.
Detaillierte Infomationen zu der sporterfolgreichen Nachzucht aus Fabrice finden sich auf ihrer Seite.
Vollschwester "Miss Feeny" (Auktionsfohlen) ist Mutter zu Fantastic Sommertänzer von Samarant, 5-jrg Bundeschampionat Dressurpferde, 6-jrg M-Drs gewonnen Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Snoop Dog von San Amour (Heiner Schiergen), St.Georg Special gewonnen, Inter-I 2.
Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Sugar Candy von San Amour, Dressurpferde A gewonnen, Dressurpferde L platziert.
sowie Ripito L von Riccione a.d. Piroschka von Pit a.d. Feodora von Frühlingsball, M-Dressur, DrPF M intl/LUX
Detaillierte Informationen zum Ursprung und weitergehenden Stutenstamm finden sich auf der Seite Stutenstamm.

Nachzucht Fannie Mae:
1. Februar 2007  Hengstfohlen von Sir Donnerhall - "Sansibar" gekörter Hengst (Paul Schockemöhle, aktuell Helgstrand Dressage), mehrfacher S-Sieger
11. April 2008 - Stutfohlen von Sir Donnerhall - Sawadee (verkauft, Ndl.)
6.Juni.2009 - Stutfohlen von Rohdiamant - Rarität (Riva) - verkauft als Zuchtstute
5. Mai 2010 - Hengstfohlen von Real Diamond - Rialto Venice (verkauft, Reitpferdeprüfung und Dressurpferde A erfolgreich)
12.April 2011 - Stutfohlen von Don Schufro - Deauville - eigene Aufzucht, gedeckt (Zampano), Dressurpferde A gewonnen, Dressurpferde L 3.
24. März 2012 - Hengstfohlen von Don Schufro - Dago (verkauft)
17. März 2013 - Stutfohlen von  Rock Forever - Rapunzel (verkauft, Aufzucht auf dem Hof Altepost)
20. März 2014 - Hengstfohlen von Rock Forever - Rasputin (verkauft in Hengstaufzucht, gekört)
9. März 2015 - Hengstfohlen von Elton John - E.J. Junior verkauft, Reitpferdeprfg gewonnen, Dressurpferdeprüfung platziert
16. Februar 2016 - Hengstfohlen von Diatano - Dubai (verkauft in Hengstaufzucht)
26. Februar 2017 - Stutfohlen von Bencio - Butterfly

Gedanken zur Hengstwahl: warum Benicio?

                                               



                                               



                                               



                                               



                                               



                                               




                               
                                                                                                                                      Für Pit:
                                                                                                                                                                                  Butterfly - "The making of!"
                                                                                                                                                                                  Liebe Freunde und Helfer braucht es immer, um ein Fohlen so in Szene
                                                                                                                                                                                  setzen zu können. Danke, Pit!


                                                           




                                                          




                                                         




                                                        




                                                        



10.3.2017

Heute war Carmen zu Besuch! Ich kann gar nicht sagen, wer sich mehr darüber gefreut hat, die Fohlen oder ich ... Mit der visierten Carmen an der Seite lebte auch der kleine Beatle erstmals richtig auf im Wald, denn Carmen hatte die Übermutter Darnell gut im Griff!
Butterfly war es dann, die Carmen voll im Griff hatte - die kleine Diva wickelt jeden Zweibeiner ruckzuck um den kleinen Finger und versprüht ihren grenzenlosen Charme geradezu raketenhaft, da machte Carmen keine Ausnahme.
Vollkommen eingenommen waren wir beide von Butterfly, die begeistert durch den Wald braust und nach jeder Runde aufgeregt zurückkommt und energisch ihre Streicheleinheiten einfordert. Nur um dann im nächsten Moment auf's Neue loszustürmen und hakenschlagend um die Bäume zu fliegen. Lebensfreude pur!     



                                                     




                                                     



                                                     




                                                     


12.3.2017

Foal Eventing mit Corina!

                                                     


                                                     


                                                     


                                                     


                                                     


                                                     


2.4.2017

Fohlenfrühling!
Butterfly und Beatle!

                                                   


                                  


                                  


                                  


16.4.2017

Fuchsjagd am Ostersonntag!

                                                 


                                                 


                                                


                                                 


                                                 


                                                 


                                                 

 

1. Mai 2017

Butterfly und Beatle - immer wieder schön!

                                                 


                                                 


                                                 



16.8.2018

Die sommerliche Dürre ist auch an uns nicht spurlos vorübergegangen. Kein Wunder, dass Stutenfee Ingrid den ersten Regen in diesem Sommer Mitte August gebührlich zu feiern wusste!

                                                             

Ein gelungener Schnappschuss meiner Stutenfee, die beglückt die erste Pfütze seit langem auf dem ausgetrockneten Boden der Pferdeweiden willkommen hiess. Ich war begeistert als ich dieses Foto sah, bei dem einfach alles stimmt:
von der warmen farblichen Inszenierung über die gelungene Choreopgraphie und die Reflektionen der Pferde im Wasser bis hin zur bunten Butterfly im Vordergrund!


18.5.2020

Butterfly ist tragend!

Ich war noch ganz benommen von meinem ersten kleinen Sattel-Ritt auf Ladybird heute abend, als ich die Nachricht meiner Stutenfee öffnete und auf dieses Bildchen blickte:

                                                                 

Ich musste dreimal nachfragen, ob es sich auch wirklich um Butterfly handelte - was für eine Freude!
Ein Schuss, ein Treffer, und wenn alles gut geht springt im nächsten Frühjahr tatsächlich ein kleines Palominofohlen durch den Wald!
Mitunter kann Pferdezucht wirklich berauschen ...
 

6.6.2020

Weidesommer - Butterfly, Blondie und der kleine Brexit


                                             



                                             



                                                                   





15.7.2020

Stutentausch in Münster

Die Ansage meiner Stutenfee war klar: "Bring Silas mit! Den brauchen wir für die Butterfliege!"

Ich musste Grinsen.
Silas hat sich längst als feste Grösse in unserem Jungstutenmanagement etabliert und es freut mich jedes Mal zu hören, wie auch Stutenfee Ingrid auf ihn baut.
Nach einer kurzen Pause schob sie hinterher:
"Hoffentlich ist dein Anhänger auch breit genug für die Butterfliege... In den Besamungsstand hat sie nur knapp gepasst..."
... und ich musste schon wieder grinsen.
Das beschreibt Butterflys Zustand hinreichend:
das kleine Pferd dürfte derzeit deutlich runder als hoch sein ...

Silas war not amused, als wir auf dem Hof ankamen und das Kätzchen den Hänger verliess, er aber oben bleiben musste. Das änderte sich zügig, als ein leuchtendbuntes Pferdegesicht sich zunächst noch skeptisch, dann aber doch sehr neugierig von hinten auf der Anhängerklappe näherte.

Soviel Weiss hatte Silas noch nie gesehen. Er musste geradezu geblendet sein!
Butterfly tastete sich aufgeregt und im wahrsten Sinne des Wortes naseweis(s) über die Klappe an den braunen Silas-Popo heran, für jeden Schritt nach oben gabs ein Möhrchen dazu und Dank Silas' freundlich-neugieriger Begrüssung stand auch dieses junge Pferd in wenigen Minuten auf dem Anhänger.
Was für ein unkomplizierter Stutentausch!

"Die passt ja tatsächlich da rein!", lachte Ingrid als wir die Klappe schlossen.
Damit dürfte dann auch hinreichend geklärt sein, wieso aus "Butterfly" im Laufe der Zeit die "Butterfliege" geworden ist ...
Fannie-Sahne eben.
Weidegras reicht völlig und sie ist nudeldick.

                                                  
                                                                      Sonnenaufgang an der Aa und zwei zufriedene Pferde - schöner kann man den Tag nicht beginnen  ...

In Münster angekommen brachte ich das neugefundene Paar wie üblich direkt vom Anhänger auf die Weide. Butterfly sollte Zeit und Gelegenheit haben, sofort mental bei Silas anzudocken. Silas gab den höflichen Gentleman und ging nach einer kurzen Begrüssung alsbald entspannt seiner eigenen Wege. Butterfly ist tragend und dafür hat er einen siebten Sinn. Eine solche Stute umwirbt er gar nicht erst so, wie er das sonst mit güsten Stuten tut.
Butterfly trabte einige Male hektisch auf und ab und schien sich dann recht bald eingefunden zu haben. Dachte ich.

Ich sollte mich täuschen.
Ausgerechnet die selbstbewusste und forsche Butterfly litt schwer unter der Umstellung. Sie suchte ihre Herde und hatte schlicht Heimweh.
Auf der Wiese kam sie nicht zur Ruhe, marschierte am Einlass auf und ab und krempelte auch ihre Box auf links.
Wenn man sich mit ihr beschäftigte, war die Welt in Ordnung, sobald sie sich selbst überlassen war, nahm die Unruhe Oberhand. Da konnte auch Silas wenig helfen.
Es tat mir bitter weh, das Pferdchen so leiden zu sehen. Versuchsweise stellten wir die beiden auf das stallnahe Paddock. Das ging eine Weile gut, bis sie auch hier ihre Unruhe übermannte und das auf- und ablaufen begann.

Da war guter Rat nun teuer.
Wenn das Pferdchen nicht zufrieden weidegängig wurde, war nicht daran zu denken, sie in Münster zu behalten. Ein dreijähriges Pferd in reiner Stallhaltung gibt es für mich nicht. Natürliche Ausgeglichenheit, Sozialkontakte und die Seele baumeln lassen hat oberste Priorität. Abgesehen davon wäre ich gar nicht in der Lage, ein gestresstes Pferd selber anzureiten.
Selbst Stutenfee Ingrid war überrascht, dass ausgerechnet Butterfly einen so sensiblen Kern unter ihrer forschen Persönlichkeit in sich trug. Ich sollte dem Pferd doch ein bis zwei Wochen Zeit geben, so lange werde sie ihre Herde wohl noch suchen.
Doch ein bis zwei Wochen sind ein langer und ungewisser Zeitraum, wenn jeden Morgen auf's Neue minutiöse Beobachtung gefordert ist um den Zeitpunkt abzupassen, an dem das Pferdchen unruhig wird und möglicherweise durch den Zaun geht. Flexible Arbeitszeiten machen vieles möglich, aber alles hat seine Grenzen. Auf Abruf im Büro sitzen um gemeinsam die Pferde wieder reinzuholen oder womöglich einzufangen, ist keine Lösung. 

Das nächste Wochenende kam und ich war totunglücklich. Unten am Fluss lockte das satte Gras und das Pferdchen hielt es nichteinmal oben auf der Stallwiese aus? 
Ich machte die Probe aufs Exempel und brachte die beiden erstmals runter auf die Wiese am Fluss. Tatsächlich räumte Butterfly dem saftigen Gras hier unten trotz ihrer Aufregung vorübergehend Pirorität ein.
Vorübergehend.
Ich hatte gerade genug Zeit, die Boxen zu misten, dann begann sie auch hier das auf und ab und ich gesellte mich zu ihr in die Wiese. Das half. Und ich erinnerte mich an ihre Schwester Deauville, die vor Jahren hier unten in der Wiese das selbe Verhaltensmuster zeigte. Aufgeregtes auf und ab, kaum stand ich dabei, wurde sie ruhig. Hatte sie mich vergessen und war am grasen, konnte ich mich unauffällig durch die Büsche verdrücken und weiter unauffällig von aussen beobachten. Bis die Unruhe sie erneut überfiel und ich mich zu ihr gesellen musste. Zwei Tage hatte es damals gedauert, bis Deauville zur Ruhe fand.
Genauso verlief dieses Wochenende. Ich verbrachte beide Tage viel Zeit damit, die Pferde unauffällig zu beobachten und zur Stelle zu sein, wenn Butterfly wieder unruhig wurde. So war erstmals überhaupt ein Weidegang über ein paar Stunden möglich. Am Montag hatte ich sie so weit, dass Michael sie während der Stallarbeit "nur noch" regelmässig kontrollieren und ein paar Mal zu ihr gehen musste, zum Ende der Woche blieb sie ohne proaktives Eingreifen zufrieden mit Silas in der Wiese

Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Zehn Tage hat es gedauert bis Butterfly auch mental in Münster angekommen war.
Jetzt konnte ich mich endlich so richtig an dem kleinen kessen Pferdchen freuen!

Zeit für die Geschichte.


31.7.2020

Auf dem Weg ins Büro - eine erste kleine Fotosession am frühen Morgen


 
                                                
                                            

Gleich am ersten Tag lief Butterfly auf Anhieb und wie selbstverständlich als Handpferd an Silas' Seite mit daher. Neugier und Ehrgeiz hatten stets die Oberhand. Ehrgeiz in soweit, als sie zu keinem Zeitpunkt hinter Silas zurückfiel, der forschen Schritts reichlich Meter macht. Butterfly blieb stets Schulter an Schulter. Zug auf die Leine gab es nicht. Eine beachtliche Leistung für so ein kleines Pferd, das vom Fleck weg durch seinen überaus raumgreifenden und fleissigen Schritt beeindruckte. Ich war begeistert!
Wenn wir dann nach einer halben oder knappen Stunde wieder am Stall ankamen, pumpte sie wie ein Maikäfer. Verständlich.
Null Kondition, reichlich Speck und einen Sparringspartner, der annähernd 20 Zentimeter grösser ist und selber einen grossen raumgreifenden Schritt vorlegt.   
Das waren schon recht sportliche Voraussetzungen für so eine kleine Stute, selbst wenn es nur um Spazierenreiten ging.


                                                  



                                                  

Als erstes bewusstes Training stand "Eisenbahn" auf dem Programm. Zwei Tage passte ich minutiös die Zeiten ab, an denen die Bahn vorbeifuhr und arrangierte mich mit den Pferden nahe der Gleise. Als der rauschende Zug dann erstmals an uns vorbeidonnerte flog der hübsche Pferdekopf mit gespitzen Ohren in die Höhe und Butterfly guckte über Silas' Hals hinweg dem Zug entgegen. Ein zuckersüsses Bild, wie sie ihren Kopf über Silas Hals reckte, um etwas sehen zu können! Dann warf sie einen Blick auf Silas, der nicht mit dem Ohr zuckte, also zuckte auch Butterfly nicht mit dem Ohr. Die nächsten Male näherten wir uns immer dichter dem vorbeifahrenden Zug an, bereits am zweiten Tag waren wir direkt auf Höhe der Gleise und Butterfly nahm's gelassen. Ganze sechs minutiös geplant Begegnungen mit der Bahn als Handpferd und Butterfly hatte das Thema Eisenbahn abgehakt.
Ähnlich cool und gelassen meisterte sie den Bahnübergang und das surrende Schrankenhäuschen auf dem Weg zur Rennbahn.
Ich war erneut begeistert von diesem unerschrockenen kleinen Pferd!
Jetzt konnte die eigentliche Arbeit auch mit konditionerenden Trabsequenzen beginnen. Eine unverhofft vorbeirauschende Eisenbahn würde uns nicht mehr stören.

                                                 
                                                 

Bauchgurt und Sattel übten wir gleich in den ersten Tagen. Nichts davon war ein Problem. Ich hatte nichts anderes erwartet.
Butterfly war das Fohlen, mit dem ich mich vor drei Jahren die meiste Zeit beschäftigt hatte. Über ihren Rücken "drüberlegen" kannte sie bereits aus der Fohlen- und Jungpferdezeit. Die Stallgasse rauf und runter Loch für Loch den Sattel angurten wurde alsbald zu ihrer Lieblingbeschäftigung. Weil es mit jedem Gang die Stallgasse rauf und runter einen Halt zum Nachgurten gab und nach jedem Nachgurten ein Stückchen Möhre. Auf Fingerzeig übten wir bei jedem Halt auch gleich "rückwärts!" und Butterfly hatte schnell raus, dass es nach fünf Schritten rückwärts auf Fingerzeig erneut ein Möhrchen gab. Fünf Schritte - die zählte sie exakt mit!  
Die helle Freude!

Da stand ich also mit meinem sattelfertigen Pferdchen, das nun die Halle kennenlernen sollte. Als Handpferd nahm ich sie an Silas' Seite die ersten Male mit in die Hallen. In beide Hallen wohlgemerkt, denn ich hatte dazugelernt:
die Spiegel in der grossen Halle hatten Ladybird vor eine Paar Wochen noch einen regelrechten Schock versetzt und ich hatte mich sehr über mich selbst geärgert, sie nicht zunächst als Handpferd mit Silas auch mal vor den Spiegel geritten zu haben. 
Butterfly nahm die Spiegel völlig anders auf. Als sie ihrem Spiegelbild noch aus 30 Meter Distanz erstmals begegnete, wieherte sie aufgeregt und zog zum Spiegel. Ich war beeindruckt. Wiehernd näherten wir uns ihrem Spiegelbild, ritten ein paar Mal daran vorbei, damit war auch dieses Thema erledigt.
Was für ein unerschrockenes Pferd!

In der kleine Halle liess ich sie ein paar Mal gemeinsam mit Silas auch frei laufen, wohlwissend dass die kleine Halle für junge Pferde nicht einfach ist.
Es hat seinen Grund, dass der Äppelsammler stets mit dabei ist und jedes Mal randvoll wird. Mitunter auch mehrfach ...
An Silas' Seite trabt und tobt sie unbeschwert durch die Halle, allein für sich sind die jungen Pferde hier stets aufgeregt unterwegs.

Dennoch lief sie auch an der Longe zügig am Halfter um mich herum, aus dem noch sehr elipsenförmigen "Eierzirkel" wurde am dritten Tag ein runder Zirkel.
Ebenso zügig longierte ich sie dann gesattelt und mit flatternden Bügeln. Das Bügelflattern verlieh ihr vorübergehend Flügel und sie sauste im rauschenden Trabe ein paar Runden um mich herum, dann hatte sie auch flatternde Bügel begriffen. 


                                                   
                                                
Das Tüpfelchen auf dem "I" war dann erneut Carmen, die sich sogleich bereit erklärte nach ihrem Feierabend auch bei Butterfly beim aufsteigen und anführen Pate zu stehen. Ich war gerührt.
Als ich Carmen nach einer Woche fragte, wann sie denn Zeit für uns habe, war sie ganz und gar verblüfft. "Jetzt schon? Die ist doch gerade erst hier??"
Ich musste lachen. Ich war mir sicher, dass Butterfly "aufsteigebereit" war.
So war es auch. Zwei Tage übten wir darüberlegen und aufsteigen auf der Stallgasse von beiden Seiten. Silas stand dabei und Carmen fütterte -wie konnte es anders sein- beide Pferde mit Möhrchen. Mir ging das Herz dabei auf. Ein eingespieltes Team, ganz wie vor einigen Wochen noch bei Ladybird und Carmen hatte sichtlich Freude an unserem Spiel. Und irgendwie war es mit Butterfly auch ein Spiel. Kein Stress, keine Aufregung, einfach nur gemeinsam mit dem Pferdchen etwas neues unternehmen.

Die kleine Trittleiter hatte sich schon bei Ladybird als perfekte Aufsteigehilfe empfohlen, weil ich dann nicht einmal in die Bügel treten musste, um mich in den Sattel zu setzen. Bei der kleinen Butterfly konnte ich von dem Tritt bequem direkt in den Sattel rutschen. Das tat ich auch. Butterfly frass selbstvergessen ihre Möhrchen und wachte sorgsam darüber, dass Silas nicht den grösseren Anteil davon bekam.
"Carmen! Du musst jetzt auch mal darauf achten, dass sie mich überhaupt im Sattel wahrnimmt und nicht nur ihre Möhrchenschnipsel pickt!", und wieder mussten wir beide lachen. Es war exakt die selbe Szene, wie vor einigen Wochen noch mit Ladybird.     

                                                      
                                                                                                             
 
Am Wochenende war dann auch Philip zufällig zugegen und wir bauten ihn direkt in unser Programm mit ein. Philip sollte sich auch schonmal auf das kleine Pferdchen setzen und fühlen, wie unkompliziert Butterfly war. Gesagt, getan. Es war der Tag, an dem Carmen mich erstmals auch draussen um den Stall herum führte und Philip war beeindruckt, wie zügig wir in der Arbeit mit dem kleinen Pferd voran kamen.

"Philip, du musst einfach sehen w i e sicher die steht beim aufsteigen!", und Philip lachte. Wieder mussten wir an Ladybird und die letzten Wochen denken, es war ein echter Spass. "Ich seh's! Die steht ja wirklich wie 'ne Eins!", sprachs und setzte sich in den Sattel. Philipp wirkte geradezu riesenhaft auf Butterfly als Carmen die beiden die Stallgasse auf und ab führte. Weshalb ich spontan nach dem Messstock suchte, denn jetzt wollte ich es wissen. Wie klein ist Butterfly wirklich?
Gemeinsam kamen wir der lange nur geschätzten Wahrheit auf die Spur:
Ganze 1,55 misst die Butterfliege. Und ich bin sicher, im Umfang misst sie deutlich mehr ... 

Allein die Trense gestaltete sich zu einem kleinen Problem. Im wahrsten Sinne des Wortes. Butterflys Kopf war zu klein für die Trense, die ich extra für Ladybird gekauft hatte. Wer hätte das gedacht?
Ich machte mich in den Tiefen des Kellers auf die Suche nach der Ponytrense, die seinerzeit schon ihre Schwester Deauville getragen hatte. Fündig wurde ich am Ende in der Küche, da hing das alte Stück unter reichlich Lederzeug hinter der Tür ...
Das Gebiss war ein ähnliches Problem. Ladybirds Gebiss schien Butterfly nicht zu behagen, sie schnappte ständig mit offenem Maul darauf rum. Wieder war es Carmen, die aus den Tiefen der Klimkeschen Sattelkammer genau das zutage förderte, was ich mir vorgestellt hatte:
das ergonomisch geformte Sprenger Original in möglichst dünn und klein ... Mitunter liegt der Teufel eben im Detail. Diese ergonomisch geformten Bögen direkt am Olivenkopf tun's einfach und liegen still im Maul, sind aber in kleiner dünner Grösse nur selten zu finden, wenn man sie zügig benötigt.

Von nun an trug Butterfly also stets auch die Trense unter dem Halfter und sah schon wie ein richtiges Reitpferd aus.


                                                   




3.8.2020


                                                   
                                                                            Carmen und Butterfly vor drei Jahren. Heute steht sie uns beim anreiten zur Seite - die grösste Freude!

Dienstagmittag, und wir hatten uns zum Reiten verabredet. Ausreiten.

Erstmals hatte ich Butterfly gestern abend noch mit elastischen Dreieckszügeln lose an der Longe ausgebunden, damit sie lernt mit leichtem Druck aufs Gebiss umzugehen. Es hat sie nicht wirklich beeindruckt. Im Schritt dehnte sie das Köpfchen tief nach vorwärts abwärts, als habe sie nie etwas anderes getan. Im Trab ging sie sichtbar gegen die "Hand", doch das war in Ordnung.
Wichtig war, dass sie mit dem leichten Druck auch weiterhin aussen rum lief und nicht etwa rückwärts auswich oder klemmte.
Ein paar Runden rechts rum im Trab, ein paar Runden links rum, mehr war nicht nötig. Ich bin kein Freund von Longieren und bemühe mich, dem Pferdchen die unnatürliche Kreislauferei so kurz wie möglich zu gestalten.
   
Nachdem Butterfly den Gebisskontakt so einfach akzeptiert hatte, war mein Entschluss gefasst:
 
Jetzt konnte ich auch Zügel in die Hand nehmen, wenn ich im Sattel sass. Neben Silas würde sie vermutlich gelassener durchs Gelände spazieren, als wenn Carmen mich noch ein weiteres Mal über den Hof führte. Also heute erstmals ausreiten!

Carmen kam pünktlich auf die Stallgasse gebraust und fragte unternehmungslustig:
"Und? Was machen wir heute? Noch ein paar Mal auf- und absteigen und um den Stall führen?"
Ich sah sie etwas verdutzt an.
"Ausreiten!"
"Wie?"
"Ausreiten! Wir hatten uns doch Sonntag vorgenommen, das nächste Mal auszureiten?"
"Oh! Ich dachte das sei ein Witz?"
"... Ehhh ... Nööö...."
...

"Und der Hund?"
"Kommt mit!"
"Aber der raschelt durchs Maisfeld ... nicht dass sie scheut!"
"Dann raschelt er durchs Maisfeld. Lernt sie das auch gleich."

Ich war selber erstaunt, wie sicher ich meiner Sache war.
Carmen bekam generalstabsmässig durchdachte Anweisungen, wie sie mich auf dem Pferdchen exakt an Silas Seite zu arrangieren hatte, der bereits gesattelt auf dem Putzplatz stand und noch angebunden war. Rechts musste sie Butterfly an der Longe behalten, es blieb also nur die linke Hand, um Silas abzuhalftern und beide Pferde passig so zu arrangieren, dass sie auch selber aufsitzen konnte ohne uns loszulassen, um uns dann alle vier möglichst mittig vom Sattel aus durch die Tür zu rangieren. Klingt einfach. War aber alles andere als trivial. Ich sass auf dem jungen Pferd, das weder Gas noch Bremse kannte, und auch die Lenkung war noch nicht installiert. Mein Vertrauen in Carmen war unerschütterlich.

Butterfly stand wie eine Eins neben Silas, als Carmen auf die andere Seite lief, die Longe über seinem Hals arrangierte und dort vom Hocker aufsass. Aus dem Sattel warf sie mir einen letzten etwas ungläubig-fragenden Blick zu und los gings. Durch die Stalltür auf den Hof, vorbei an Transportern und Anhängern, der kleine Hund hinterher. Tatsächlich war Butterfly irritierter von dem Hund, der nun hinter ihr herlief, als von dem navigationsunfähigen Gepäckstück im Sattel. Sie lief zwar brav neben Silas her, war aber mit einem Öhrchen stets nach hinten auf den Hund ausgerichtet. Bis hinter der kleinen Halle hatte sie sich jedoch gefangen und dann waren wir auch schon auf der kleinen Rennbahn um die Wiesen. Von da an lief es wie von selbst. Ich entspannte selber merklich und Butterfly lief so unbeeindruckt neben Silas her, wie sie das sonst als Handpferd mit mir auch tat. Um die Wiesen über die kleine Brücke am Maisfeld entlang und an der Bahn zurück. Je länger wir unterwegs waren, umso mehr gewannen wir beide richtig Spass an der Sache.
Entspannte Unterhaltung, entspannte Pferde.
"Du sitzt da jetzt zum fünften Mal drauf", rechnete Carmen mir noch immer etwas ungläubig vor.
Genau das war auch mein Gedanke.
Ganze fünf Mal.

Im Schritt nur, aber eben völlig entspannt und ganz selbstverständlich gemeinsam um die Felder reiten - das erste Mal auf der kleinen Butterfly unterwegs! Über den Springplatz ging es zurück in den Stall und als wir absassen war klar:
das war ein weiterer Marzipancremetorten Tag!
 


22.8.2020

Artgerechtes Anreiten und der feine Unterschied aus Pferdesicht:

Ganze neun Mal habe ich inzwischen auf  Butterfly gesessen, die letzten fünf Male ging es an Seite von Carmen und Silas direkt vom Stall aus raus ins Gelände. Carmen hatte uns zunächst stets an der Longe. Zur Heuwiese, über die Rennbahn und durch die Felder zurück. Den Rückweg ritten wir die letzten beiden Male dann schon frei neben Silas her und Carmen und ich waren immer wieder fasziniert, wie routiniert die selbtsbewusste kleine Butterfliege dahermarschiert und Silas auch schonmal abdrängt und vorwegläuft. Das heisse Wetter und die Fliegen machten es nötig, dass ich eine Gerte dabei hatte - um Silas die Fliegen zumindest auf meiner Seite am Hintern oder unterm Bauch abzustreichen. In seiner schwarzbraunen Jacke ist der brave Kerl ein echter Fliegenmagnet. So kam es, dass ich auch Butterfly unbedacht mal mit der Gerte unterm Bauch die ein oder andere nervige Fliege abstrich, ohne überhaupt darüber nachzudenken, dass ein dreijähriges Pferd auf spontanen Gertenabstrich durchaus erschrickt und flüchtet. Butterfly nahms gelassen hin.
 
Off-Topic
Fliegen sind so ein Ding. Butterfly hasst Fliegen und kann richtig ruppig werden, wenn sie so ein hartnäckiges Exemplar nicht los wird. So geschehen mit Philipp an Tag sechs oder sieben, als er das erste Mal im Sattel mit im Gelände unterwegs war. Beim antraben auf der Heuwiese wurde Philipp skeptisch und meinte: "Die ist nicht zufrieden und klemmt. Ich hab den Eindruck, die macht sich fest und bockt gleich los..." Blick von Silas herab auf die Butterfliege und die Sache war eindeutig: "Die schlägt immer abwechselnd mit dem ein oder anderen Huf unter den Bauch nach Fliegen!" So war es auch. Ein paar Meter weiter, und das Problem war offensichtlich davongeflogen. Akrobatisch war die Aktion allemal. Jedes andere Pferd wäre bei dieser Trittfolge in dem Tempo vermutlich umgefallen.
Zurück am Stall (Philipp ritt frei nebenher) klemmte Butterfly dann auf den letzten Metern am Dressurplatz hartnäckig. An Weiterreiten war nicht zu denken. Dabei verbog sie sich und schlug mit beiden Vorderhufen weitausholend und geradezu zirzensich unter sich, dass sie nahe dran war, zu Boden zu gehen. Philipp war erst überrascht: "Was hat sie denn?" Ich grinste: "Fliege unterm Bauch!" Worauf Philipp lachend rief: "Das ist ja so ein richtiges Pony! Die ist so stur und ärgerlich, die würde sich jetzt auch mit mir auf den Boden schmeissen um die Fliege los zu werden!"
Da war ich ganz seiner Meinung. Und sehr erleichtert, als irgendwann ein Schnauben durch das bunte Pferd ging und die entspannte Butterfliege auch die letzten Meter zivilisiert zum Stall zurücklegte - auf allen vier Beinen und mit Philipp im Sattel ...    

Butterfly kann Gerten und Eisenbahn, raschelnde Hunde im Maisfeld oder hinter ihr her, Trecker, Mähdrescher und Transporter und vieles mehr. Fliegen allerdings, die kann sie gar nicht.
Ende Off-Topic.

Die frisch gemähte Heuweise hinter der Rennbahn ist ideales junge-Pferde Anreitegelände. Gut 300-400 Meter geradeaus verschaffen dem Pferdchen genügend Zeit und Raum, sich natürlich geradegerichtet auszubalancieren und sich in ebenso natürlicher Selbsthaltung im Trabe zu entwickeln. Ich muss nur still im Sattel sitzen und mich mitnehmen lassen. Versehentlich galoppierte Butterfly dann auch schon mal an, nicht dass ich das bewusst herbeigeführt hätte (Galopphilfen kennen wir nicht),
aber wenn Silas mit Siebenmeilenstiefeln lostrabt, wird es schonmal flott für so ein kleines Pferd und dann fällt man ganz von allein in Galopp:
locker und entspannt, kein Buckeln, keine Irritation. Allein auf Stimme fiel sie dann wieder in ihren geregelten Trab.
In weiten Wendungen nahmen wir die Wiese an Tag neun bereits in grossen Diagonalen und Butterfly trabte fleissig und nachaltig mit. An der Schnur gezogen durchtraben - so muss artgerechtes Anreiten, das versteht jedes Pferd und erstmals kam ich so dann auch nachhaltiger ans Maul und konnte mich an eine natürliche Anlehnung herantasten.

Tag zehn und Philipp sass am späten Donnerstagabend erstmals in der Halle an der Longe im Sattel.
Ausgebunden longiert läuft Butterfly ohne Reiter sicher rund und nutzt dabei den vollen Zirkel.
Trotzdem mussten wir dem jungen Pferd aber dann erklären, dass es jetzt auch mit Reiter im Sattel im Kreis zu laufen hatte ...
Es macht offensichlich auch aus Pferdesicht einen Unterschied, ob man im natürlichen Gelände sinnig nach vorn unterwegs ist, oder seinen Reiter auf unnatürlichen Kreisbahnen mit sich herumträgt. Ich war am Ende schweissnass und bin ebenso viel gerannt (hinter den beiden her...) wie die runde Butterfliege. Wenn Philipp nicht irgendwann gesagt hätte "nimm die Longe einfach richtig kurz und begrenz den Kreis auf deinen direkten Einfluss", würden wir vermutlich immer noch hintereinander herrennen...
Dem Pferd kann ich keinen Vorwurf machen, sie hat nicht gebockt, sie war wuschig-verwirrt und es war das Gegenteil von dem natürlichen geradeaus und gelassen produktivem Reiten als Handpferd im Gelände.

Vermutlich lags am Longenführer.
Es ist einfach nicht mein Ding.
Kurz und begrenzt schon gar nicht.
Dennoch muss jetzt mal jemand die Lenkung installieren und ein bisschen dezidierter Gas und Bremse dazu.
Also muss Philip ran und das ganze in der Halle "konventionell" üben. Damit Carmen uns dann auch im Gelände nicht mehr an der Leine halten muss ...

"Konventionell" macht Philip hervorragend und ich habe keinen Zweifel, dass wir beim nächsten Mal genau da weitermachen können, wo wir gestern aufgehört haben:
im sicheren kleinen Zirkel nicht nur links, sondern auch rechtsrum geregelt traben...
Das Pferdchen lernt mit jedem Mal dazu und ich hoffe, der Longenführer auch.

... gebockt hat sie allerdings dann doch erstmals, und völlig unvermutet:
Gut genährt, (Butterfly hat ein Profil wie ein Goldfisch: in alle Richtungen rund...) liegt kein Sattel wirklich gut. Mein alter UBO von Anno Dunnemal tuts auf jedem Jungpferd zum anreiten mit kleinem Polsterkeilkissen darunter. Doch Philipp hat einen Springsattel, der liegt gut und ohne Schwebe auch auf ihrem blanken Pferderücken. Den wollten wir gestern erstmals probieren. Philipp ist dann im Stall aufgestiegen (so, wie ich das auch immer praktiziere) und ich habe die beiden rausgeführt Richtung Halle. Weit sind wir nicht gekommen. Butterfly klemmte und bockte schon beim rausführen -nanüü????- und dann kurz vor der Halle wieder.
Da waren wir doch beide verblüfft und der Bub meinte, es läge wohl am Sattel, denn der setze ihn deutlich weiter (und korrekter...) nach hinten in den Pferderücken als mein suboptimaler UBO das tut. Und da das Pferdchen üblicherweise doch brav und vermutlich ausgesprochen gewohnheitsbedürftig sei, sollten wir doch die Probe aufs Exempel machen und den Sattel wieder tauschen...

Siehe da:
der alte UBO drauf, Philipp drauf und wieder rausgeführt - läuft!
Das waren dann wirklich die ersten beiden Buckler (an der Hand!), die sie sich in dieser ganzen Zeit bisher geleistet hat.

Soviel zum Thema Sattel und Passform und es muss alles teuer und neu(er) sein.
Unfug.
Alt und ausgelatscht und sitzt nicht mal richtig, aber tuts eben doch.

Ich erinnere mich an einen Tag, als ich mit dem alten UBO um die Ecke kam, und ein Springreiterkollege (der Bub vertreibt hochwertige Markensättel) mir verblüfft und mit schierem Erstaunen beim satteln zusah. "Da hast du aber noch ein echtes Uralt-Exemplar ausgegraben!" Ich grinste und überschlug kurz im Kopf, wie lange es wohl her war, als ich gezielt diesen Sattel in damals noch Rauhleder lange gesucht und endlich gebraucht erstanden hatte. Dreissig Jahre dürfte das gute Stück auf dem Buckel haben. Vielleicht auch mehr. Erst im Nachinein ging mir auf, dass der Bub mit seiner Bemerkung möglicherweise den zarten Ansatz einer kostspieligen Sattelakquise im Sinn hatte. Das war aber sowas von fruchtlos an mir abgeperlt ...

Ich habe meine Lektion gelernt und werde einen Teufel tun und den Sattel nochmal wechseln.
Solange Butterfly zum anreiten im Münster ist, kommt auf den Rücken was dem Pferd gefällig ist. Punkt.
Und der UBO wird hoffentlich auch meine kommenden Fohlenjahrgänge künftig noch alle gut bedienen ...


                                                                          


Kaum macht man's richtig, schon geht's!

Philipp sass gerade das zweite Mal an der Longe auf dem Pferd, begrenzter Zirkel (ich hatte gelernt!), und Butterfly trabte wie an der Schnur gezogen:
ein rund-harmonisches Seitenbild, locker und fein das Köpfchen hingestellt - ich war begeistert!
Erstmals sind wir heute auch ein paar Runden galoppiert, sogar rechtsrum, und auch das ging - was für ein braves Sattelpferd!

Tag zwölf und heute können wir den Dingen, die Butterfly beherrscht (Gerten und Eisenbahn, raschelnde Hunde im Maisfeld oder hinter ihr her, Trecker, Mähdrescher und Transporter und vieles mehr) einen weiteren ungewöhnlichen Umstand hinzufügen.
Wir longieren ausdrücklich nicht ab, bevor Philipp aufs Pferd steigt. Nach ausgiebigem Schrittführen lassen wir Butterfly in der kleinen Halle ein paar Runden gesattelt frei laufen, damit sie alle Möglichkeiten hat, eventuelle Spannungen auch mal ergiebig im Geradeaus auszubocken. Gebockt hat sie noch nie. Dafür ist Philipp jedes Mal beeindruckt von ihren Grundgangarten, die Butterfly locker freilaufend demonstriert. Ein rundum komplettes Pferd mit d r e i ansehlichen Grundgangarten. Das geht mir jedes Mal runter wie Butter! Danach geht es zurück in den Stall zum aufsitzen, so wie sie es gewohnt ist, und ich führe die beiden zurück in die Halle zum Reiten an der Longe.
 
Als wir heute in die Halle kamen lief die Beregnungsanlage. Ein sanfter Nebelregen fiel vom Dach, ein echter Segen bei dem schwülen Wetter!
Butterfly war entsetzt und schnaubte laut, die Augen wurden kugelrund und riesengross - das Zischen aus der Höhe war ihr deutlich unheimlich. Sehr verständlich so. Als die Beregnung kurz aussetzte und von einer Spur zur anderen wechselte, nahm ich die Gelegenheit wahr und marschierte mit ihr zum gegenüberliegenden Hufschlag in die Halle. Kurz drauf zischte es erneut und neben uns fiel der Nebelregen vom Dach. Das kleine Pferd wurde riesengross und tönte laut schnaubend neben mir daher. Raus konnten wir nun nicht mehr, die Regennebelwand durchschreiten kam nicht in Frage. Ich führte sie gelassen die 40 Meter neben der Regennebelwand auf und ab und es dauerte nicht lange, bis die nächste Beregnungsreihe aktiviert wurde. Erneut unheimliches Zischen von oben, aber schon deutlich weniger lautes Schnauben und vertrauensvolles neben-mir-hermarschieren. Als die letzte Beregnungsreihe direkt vor der Tür aktiviert wurde, hatte die Neugier in dem kleinen Pferd sich bereits durchgesetzt:
Butterfly zog von sich aus zum Regenriesel und steckte die Nase in den zischenden Nebel um die Sache zu erkunden. Ich war ziemlich stolz auf mein kleines Pferdchen und auch Philip sah recht beeindruckt von der Tür aus zu. Es gibt erfahrene Pferde, die drehen auf dem Absatz um und sind nicht zu bewegen, sich mit so einer Situation auseinanderzusetzen ...  
Seit heute kann Butterfly also auch Beregnungsanlage.


Und während ich vom Regennebel schreibe, kommt eine andere nasse Anekdote in den Sinn:
Waschbox!

Das schwülheisse Wetter brachte es mit sich, dass Butterfly nach der Arbeit stets an Silas' Seite in die Waschbox ging. Abspritzen lernt jedes dreijährige Pferd am besten, wenn Silas ruhig daneben steht. Frei und mit dem Strick über dem Hals steht das Doppelpack dann in der Waschbox. Dieses Arrangement erlaubt vorsichtiges Herantasten mit den ersten ungewohnten Spritzern aus dem Schlauch an die Beine, ohne so ein junges Pferd übermässig zu verunsichern oder erschrecken. Meist dauert es nur zwei Tage, und die Pferd haben begriffen, dass Wasserschlauch und Abspritzen kein Grund zur Aufregung ist. Im Gegenteil. Man kann "Waschbox" auch sehr vorteilhaft aus Pferdesicht zelebrieren. Silas ist es gewohnt, nach dem Abspritzen aus dem Schlauch zu saufen. Dabei richte ich einen leichten Strahl aus sicherer Entfernung (die muss sie, sonst schlabbert er mich nass) von vorn aufs Pferd, und er schnappt nach dem Strahl und säuft und säuft mit echtem Vergnügen ...

Butterflys zweiter Vorname ist Neugier. Mit Betonung auf Gier!
Als Butterfly das erste Mal sah, wie Silas nach dem Wasserstrahl schnappte, schob sie neugierig ihr Köpfchen dicht vor seine Nase und fing den Strahl ab. Sie hatte schnell begriffen, dass das frische Wasser eine feine Sache war und schob die kleine bunte Schnute sehr nachdrücklich vor Silas' schlabberndes Maul. Anders als Silas schlabbert sie aber nicht, sondern saugt das Wasser ein. Wie pfiffig! Saugen ist eine sehr viel effizientere Methode, um mehr Wasser aus dem Strahl zu gewinnen, und der brave Silas bleibt dabei im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen zurück ... Ein echtes Bild für die Götter, wie das bunte Schnütchen sich vor Silas' schlabberndes Maul drängt und saugt und saugt und es macht mich jedes Mal Lachen! Eine feuchtfröhliche Romanze und ein echtes Vergnügen dazu!
Und ich war ganz verblüfft, als ich gestern erst im nachhinein Gewahr wurde, dass Butterfly deutlich vor Silas ganz selbstverständlich hinter mir her in die Waschbox marschierte. Es war Silas, den ich erst energisch auffordern musste mitzukommen und sich neben das kleine Pferd zu stellen. Mitunter staunt man, mit welchem Selbstverständnis ein grosses Ego in so einem kleinen Pferd doch die Dinge beherrschen lernt...      
         

23.8.2020

Früh am Sonntagmorgen fand Philipp sich heute ein zu Tag drei unterm Sattel an der Longe. Trab und Galopp auf beiden Händen und erstmals ging es dann zum Trockenreiten im Schritt auch ohne Longe frei durch die Halle. Zeit für Philipp, die Lenkung zu installieren!
Ich erinnere mich noch gut, wie unfassbar schnell er seinerzeit mit Darnell sogar in Schlangenlinien schon in der kleinen Halle unterwegs war - wir werden sehen, wie lange es mit Butterfly noch nötig ist, überhaupt an der Longe zu arbeiten. Als wir heute morgen nach der Arbeit zurück in den Stall kamen, waren wir uns beide einig:
Die Arbeit mit den jungen Pferden ist so erfüllend! Wenn man am nächsten Tag stets da weitermachen kann, wo man beim letzten Mal aufgehört hat, dann weiss man, dass man alles richtig gemacht hat!      
Und wir konnten es beide kaum fassen, dass wir mit Butterfly nun schon das zweite sattelreife Pferd in diesem Sommer gemeinsam geschaffen haben! Drei Monate war das Kätzchen in Münster zum anreiten, am 15. Juli ist Butterfly eingezogen. Keine sechs Wochen, und was hat sie seither nicht alles gelernt!

 

9.9.2020


Mit Butterfly und Carmen unterwegs ...
Der erste gemeinsame Ritt ohne "Sicherheitslonge" und eine ganz beeindruckte Carmen dazu!
... ich war selber auch beindruckt und ziemlich stolz, nicht vor dem eigenen klopfenden Herzen eingeknickt zu sein. Philip hat einen fabelhaften Job gemacht und Lenkung, Gas und Bremse in nur zweimaligem longenfreien Reiten in der Reithalle "gebrauchsfertig" installiert - Butterfly ist Reitpferd!

Jeden Morgen die schönste Weise, den Tag zu beginnen:

                                                   
                                                           Butterfly und Silas zufrieden im frühen Morgentau ...



14.9.2020

Frühlingsball lebt!

Nachdem Philip Butterfly in der letzten Woche die ersten beiden Male "frei" geritten hat, orakelte er im Brustton der Überzeugung:
"Die kann wohl auch springen!"

Ich war etwas verdattert und wunderte mich, wo er das jetzt hernahm und er erklärte:
"Ganz einfach.
Wenn du die galoppierst, kommt dir richtig was entgegen. Da hebt sich der Widerrist spürbar und das ganze Vorderpferd "springt" dir zu. Die wird auch springen können!"

Ach ja.
Schlagartig fiel mir ein, dass ich angesichts des guten Freispringens von Sir Ivanhoe ohnehin mal testen wollte, ob und wie Butterfly wohl freispringt. Immerhin soll so ein ponyhaftes Fohlen ja ein glaubwürdiger "Allrounder" werden und sich nicht beim Hüppen die Knochen brechen müssen ...

Heute haben wir also erstmals Minisprünge aufgebaut und ich war beeindruckt:
"Frühlingsball" und hinten auf und alles mit wupp und Körper!
Beim ersten Mal dachte ich noch, "Zufall", aber sie machte jeden Durchgang gleich.
Wie schön!
Ein wupp-affines komplettes Pferdchen im Kleinformat!

                                                                                                   MiniClip Freispringen anklicken 
                                                                                    ... und der erste Durchgang zuvor Freispringen anklicken

So hat Mutter Fannie Mae seinerzeit bei der SLP bereits das Freispringen "gewuppt", schon bei Fannie war es damals sichtbar Muttervater Frühlingsball, der den Fidermarkschen Einfluss an den Stangen  auf der Festplatte komplett überschrieben hat. Ganz im Gegensatz zu Vollschwester Fabrice, die springtechnisch keinen Frühlingsball-wupp mitbekommen hat und an den Stangen stets nach Fidermark kam und das auch so vererbt. 

Genetik ist eben wie ein Autobus voller Verwandtschaft:
Man weiss nie, wer noch hinten drin sitzt (oder schon frühzeitig ausgestiegen ist) ...

Und ich weiss jetzt schon, was unser vielseitiges Programm bereichern wird, wenn Philip das nächste Mal in Butterflys Sattel steigt:
die ersten kleinen Sprünge...

 

15.9.2020

Eine Fotosession, die längst überfällig war!
Danke, Marla und Michael für eure engagierte Unterstützung!


                                                                          



                                                                          



                                                                          



                                                 



                                                 



                                                 




Ein etwas ungewöhnlicher Hinweis in eigener Sache:

Nach dem Absetzen im nächsten Jahr im Herbst wird Butterfly vermutlich zum Verkauf stehen. Mit dem kleinen Brexit und dem zauberhaften Bienchen wachsen zwei weitere Benicio-Töchter in den nächsten beiden Jahren heran, und ich kann sie nicht alle behalten ...
Allerdings kann Butterfly dann als Mutterstute aus der Fohlenherde kommend nicht ausprobiert werden.

Mein Gedanke:
Falls jemand künftig ein kleines rittiges buntes Pferd sucht, im nächsten Jahr dann vierjährig, wäre jetzt die Möglichkeit zum ausprobieren. Bis Oktober wird Butterfly noch hier in Münster stehen und kann jederzeit als Handpferd auf der Rennbahn in allen drei Grundgangarten "angefühlt" werden. Das halte ich für einen recht risikolosen Fremdreitertest für ein gerade angerittenes Pferd und wer das mal erlebt hat, weiss, dass es reeller kaum geht. Die Idee mag unkonventionell sein, aber sinnvoller kann man eine dann in Weidekondition stehende Fohlenstute vorab nicht beurteilen.

Ernsthafte Interessenten melden sich bitte über den Kontakt-Button auf dieser Webseite oder telefonisch unter 0152 2179 0633.




 

 

 
                                                         




     
 


 


 zurück