Brianna * 24.3.2019  

                                                                                                  Arbeitstitel: "Der kleine Brexit"

 

    Beltain Hann. *1984  
  Belissimo Rheinld. *1999    
    Roxa Rheinld. *1980  
Benicio Hann. *2005      
    Velten Third Hann. *1989  

 

Valencia Hann *1997    
    Wanja Hann * 1992  
       
    Don Frederico Rheinl. *1986  
  Don Frederic Hann. *2009    
    What a Feeling Hann. * 1998  
Daktari Hann. *2013      
    Belissimo Rheinld. *1999  
  Bravo Hann.. *2009    
    Fabrice Rheinl. *1998
Leistungsstute FN
 
       
    Hann. Stamm Nr. 367 nach Schridde
Marmor, Riccione, Bogenschütze u.a.
 
Mutterstamm:

Brianna ist das erste Fohlen ihrer Mutter Dakatri, die Alexandra mir freundlicherweise ein Jahr zur Zuchtpacht überlassen hat.

Mutterstamm:
Daktari war Siegerfohlen der Hannoverschen Stutenschau in Westfalen, Fröndenberg 2013.
Grossmutter Bravo (Bunny): 5 und 6-jährig Dressurpferdeprüfungen A, L und M gewonnen, darunter Bundeschampionatssichtung.
Eintragungsnoten in das Hannoversche Hauptstutbuch 4 x 8, Gesamtnote "8".
Bravo ist Vollschwester zu Brisant, zugelassen zur Hannoveraner Hauptkörung in Verden im Oktober 2012 und verkauft nach Spanien. 
Bravo ist Halbschwester zu QRage II ("Happy") von Quattro B, 4-jährig Reitpferdeprüfung gewonnen.
Bravo ist Halbschwester zu Awakino QRage von Quattro B,  4-, 5- und 6-jährig Dressurpferdeprüfungen A, L und M gewonnen.
Bravo ist Halbschwester zu La Jeanne von Laudabilis, unter Amateur S-platziert und mehrfach M gewonnen. Eine der gewinnsummenreichsten Töchter ihres Vaters.
Bravo ist Halbschwester zu Sabary, 5-jährig Dressurpferde A und L hoch platziert.

Urgrossmutter Fabrice: FN Leistungsstutbuch C -Nachzuchterfolge-
Prämienfohlen a.d. Fohlenschau Heinsberg, 4. Juli 1998 - Silbermedaille
SLP Telgte, 13. Juni 2001 - Platz 1, Wertnote 8,39
Einzelnoten: Trab 8,5  Galopp 8,5  Schritt 8,0  Rittigkeit Richter 9,0  Rittigkeit Fremdreiter 8,5  Freispringen 8,0
Sommer 2003: diverse sportliche Erfolge in allen Disziplinen, darunter Sieg in der Eignungsprüfung in Telge mit der Wertnote 8,2
Fabrice ist die erste von 5 Vollgeschwistern von Fidermark, die alle mit der Fohlenprämie ausgezeichnet wurden, darunter Auktionsfohlen.

Vollbruder Fair Play*2002 Rheinischer Reitpferdechampion 2005
Vollschwester Fannie Mae*2003 SLP Telgte Platz 2, Wertnote 7,97
Einzelnoten: Trab 8,0  Galopp 8,5  Schritt 7,5  Rittigkeit Richter 8,0  Rittigkeit Fremdreiter 8,5  Freispringen 7,5.
Fannie Mae ist Mutter des gekörten Hengstes Sansibar (aktuell FN Besitz Andreas Helgstrand) mehrfach S gewonnen, jüngstes Pferd Preis der Besten 2015.
Fannie Mae ist Mutter des gekörten Hengstes Rasputin (Westfälische Hauptkörung 2016)
Vollschwester "Miss Feeny" (Auktionsfohlen) ist Mutter zu Fantastic Sommertänzer von Samarant, 5-jrg Bundeschampionat Dressurpferde, 6-jrg M-Drs gewonnen Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Snoop Dog von San Amour (Heiner Schiergen), St.Georg Special gewonnen.
Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Sugar Candy von San Amour, Dressurpferde A gewonnen, Dressurpferde L platziert.
Detaillierte Informationen zum Ursprung und weitergehenden Stutenstamm finden sich auf der Seite Stutenstamm, Hann. Stamm Nr. 367 nach Schridde

Gedanken zur Hengstwahl: warum Benicio?
 
                                                   

Der kleine Brexit lag am Sonntagmorgen unerwartet im Stroh, unkompliziert und züchterfreundlich, sollte man meinen.
Aufgrund der zweifelhaften Umstände hat sie sich den Namen "der kleine Brexit" jedoch redlich verdient.
Mutter Daktari hat Alexandra mir freundlicherweise ein Jahr zur Zuchtpacht zur Verfügung gestellt und mein grosser Dank gebührt Alexandra für dieses Vertrtauen. Wenn dann ausgerechnet diese nicht-eigene Stute sich vier Wochen vor dem geplanten Abfohltermin auf der Weide übelst am Sprunggelenk verletzt, ist allein das ein Desaster. Die Umstände erforderten eine aufwändige Nacht- und Nebelaktion am Wochenende in der Tierklinik in Telgte mit Vollnarkose, all das hochtragend. Alexandra, Stutenfee Ingrid und ich waren bestürzt. Gleichwohl sollte Daktari Glück im Unglück beschieden sein, das Gelenk ist unbeschadet und alles was bleiben wird, ist eine grosse Narbe. Damit können wir alle leben.

Dennoch stand Daktari nun drei Wochen mit einem festem Druckverband hoch über das ganze Bein im Stall. Eigentlich sollte sie nun langsam im Schritt wieder angeführt werden, aber wie das so ist, wenn die Tierärzte sagen, "langsam dosiert im Schritt anführen".
Ach ja.
So brav Daktari auch alle Behandlungen im Stall über sich hat ergehen lassen, so umgänglich und geduldig sie stets in der Rekonvaleszenz war, so aufgedreht und völlig ausser sich gebärdete sie sich nun beim ersten versuchten "langsam dosierten Ausgang" nach all der Zeit im Stall. Die brave Stute dreht am Kabel.
Verständlich.

Weshalb Stutenfee Ingrid und ich noch am Samstag einen akribischen Plan erarbeitet hatten, unser pfiffiger Tierarzt sollte uns eine hochtragend-verträgliche Beruhigungsdosis benennen und wir regeln das gezielte "wieder anschieben" kontrolliert und sukkzessive unter Einsatz von Chemie. Nicht schön, aber wirkungsvoll.
Eine gute Woche hatte Daktari noch bis zum Abfohltermin und wir hatten spekuliert, als Erstlingsstute geht sie vielleicht etwas drüber, so dass uns ein bis zwei Wochen Zeit blieben, das Pferdchen unter Ruhigstellung wieder in die Gänge zu kriegen und das Fohlen sollte kommen, wenn Muttern wieder frei bewegungsfähig ist bei soweit ausgeheilter Wunde, dass auch der Verband überflüssig ist.
Soweit der sorgfältig verhandelte Plan.

                                                   

Am nächsten Morgen lag das Fohlen im Stroh.
Ungeplant, wider alle Vernunft, all unsere sorgfältigen Pläne für ein dosiertes Wiederanschieben der Mutter v o r dem Abfohlen über den Haufen geworfen.
Die kleine Tochter wollte unbedingt raus, mit dem Kopf durch die Wand - im Alleingang.
Der kleine Brexit.

Desabends befand Klein-Amelie noch: "Mama, Daktari wird heute nacht fohlen!"
Und weil Klein-Amelie so klein nicht mehr ist und als Tochter meiner Stutenfee über die Jahre reichlich Pferdeverstand mitbekommen hat, hat Stutenfee Ingrid die Worte ernstgenommen und Daktari vorsorglich desnachts noch den Gurtalarm umgelegt.
Morgens kommt Stutenvater Gregor in den Stall und stellt lakonisch fest:
"Das war wohl nix mit dem Alarm. Das Fohlen ist schon da...."
Putzmunter, trocken und agil.
Den kleinen Brexit hatte Daktari übernacht im Alleingang geregelt.

Was nun?
Mit laktierender Stute war an Dope nicht mehr zu denken.
Die vermutlich irre Mutter jetzt gleich mit dem Fohlen raus in die Welt?
Ich war not amused und hatte echte Bauchschmerzen.

Beim gemeinsamen Sonntagsfrühstück diskutierten wir noch, wie wir das nun am besten regeln, und zogen den kleinen Bennet bei Brötchen und Kaffee mächtig auf. Der auch nicht mehr so kleine Bub sah seinem ersten Schulausflug ins ferne London entgegen und wir orakelten, wenn die Engländer nun am 29. für den Brexit-um-jeden-Preis votierten, käme Bennet von seinem Schulausflug wohl nie mehr nach Hause zurück...
"Nie mehr nach Hause??"
Das Brötchen blieb ihm im Halse stecken.
"Papa!!!! Wieso d a s denn??"
Toternst konstatierte Stutenvater Gregor: "Wegen des Brexit. Weil die Engländer dich dann ohne Visum nicht mehr rauslassen."
Der kleine Bennet war not amused.
[edited to say: der Bub ist wohlbehalten in London angekommen und guter Dinge, Brexit hin oder her.]

                                                                           

Kaffeebrötchenstark schlichen Stutenfee Ingrid und ich dann etwas mumlig zurück in den Stall und waren uns einig:
es blieb nur die Hoffnung auf einen ausgeprägten Mutterinstinkt, und dass die Stute aus Sorge um ihr Fohlen auf unkontrolliertes Losknattern und komplettes Ausrasten verzichtet.

So war es dann auch.
Auf dem gut eingezäunten Reitplatz hatte Daktari nur ihr Fohlen im Kopf und trabte reguliert los, rastete dabei aber nie aus.
Sie hatte sich bannig im Griff! Ich war ganz gerührt!
Die ganze Woche gab es nun täglich zweimal freien Ausgang auf dem Reitplatz, damit hatte sich die Woche über das "dosierte Wiederanschieben" quasi von selbst ergeben.

Glück im Unglück für Daktari und den kleinen Brexit.
Nur die Briten sind immer noch kein Stück weiter.

                                                      

An Waldspaziergang allerdings war nicht zu denken. Daktari ist auf dem Reitplatz regulierbar, sobald man aber den Hof verlässt und der kleine Brexit auf Erkundungstour in die Heuwiese hüpft, um endlich zaunbefreit das kleine Fahrgestell auch mal entsprechend auszufahren, flippt Muttern aus. Gegen den ausgeprägten Mutterinstinkt ist kein Kraut gewachsen. Wenn Erstlingsstuten nicht vom ersten Tag an sofort in die zaunfreie Welt ziehen, und so gemeisnam mit dem Fohlen die schrittweise Entwöhnung voneinander um ein paar Meter weiter mit jedem Ausflug als normal erfahren, ist mit einem lebensfrohen Fohlen im Alter von einer Woche nicht mehr daran zu denken, entspannt die unbegrenzte Freiheit zu erkunden. In Gregors Gegenwart hatte ich den ersten Alleingang am Freitagabend versucht und schnell wieder eingestellt. Die langen Beine trugen den kleinen Brexit in weiten Kreisen jenseits von Paddock- und Reitplatzdimesnionien über das freie Land - das erträgt keine Stute entspannt an der Hand, die eine ganze Woche lang stets in dichter Reichweite zum Fohlen über den Platz trabte.  

Das tut mir bitter leid, weil das Fohlen endlich mehr als ein sandiges 60 Meter Viereck unter den Hufen haben und vor allem auch die echte Welt erleben soll. So bleibt dem kleinen Brexit und mir das schönste am Fohlenfrühling im Wald wohl zunächst verwehrt.

Umso mehr gefreut habe ich mich daher, als Alexandra dann am Sonntag den weiten Weg aus Kassel angereist kam, und die Dinge einmal selber in die Hand nehmen wollte. Im wahrsten Sinne. Unerschrocken nahm sie sich ihrer Übermutter Daktari an und wir schafften es immerhin zu einer kleinen Fotosession auf die Heuwiese - unter der gestrengen Aufsicht von Stutenfee Ingrid, ob das auch alles gut ginge... Selbst die brave Paula musste an die Leine, das hatte ich in all den Jahren noch nie erlebt!
Der kleine Brexit hatte grosse Freude an dem Unternehmen und tat, was alle Fohlen in dem Alter tun: sie entdeckte in grossen Sprüngen ihre uneingeschränkte Welt. Daktari war not so amused und Alexandra hatte alle Hände voll zu tun - im wahrsten Sinne.

Weshalb wir Mutter und Kind im Anschluss sofort weidegängig machten und hofften, dass die gut heilende Wunde auch dem ganz grossen Galopp auf der grossen Weide standhielte ...
Doch Daktari überraschte uns einmal mehr. Den ganz grossen Galopp gab es nicht. Mutter und Kind trabten in grossen Tritten ein paar Mal hin und her, dann war entspannte Ruhe angesagt. Daktari widmete sich dem wenigen kargen Grün und war sichtlich zufrieden, endlich wieder Weidepferd sein zu dürfen, das Fohlen sicher zu ihren Füssen. Wir waren beseelt! 

                                                 
 


6.4.2019

Der kleine Brexit das erste Mal im Wald - Alexandra macht es möglich!


                                              
                                                                                                                                             wie gemalt ....


                                              

Am nächsten Wochenende reist Alexandra erneut den weiten Weg aus Kassel an und wir wollen nochmals versuchen, wie weit wir mit Daktari kommen.
Siehe da:
ganze zwei Wochen fortgeschrittenes Muterdasein und Daktari trägt es mit Fassung, wenn die kleine Tochter mal aus dem Blickfeld verschwindet und davonbraust!
Mühelos kommen wir bis in den Wald und Mutter und Tochter sind sichtbar beeindruckt von dem fremden neuen Umfeld und dem rascheligen Untergrund.

                                              

Vorsichtig macht das Fohlen sich daran, die Umgebung zu erkunden, hüpft um Muttern herum, spurtet mal voran und wieder zurück, und erkennt auch Baumstümpfe als das, was sie sind:

als natürliches Hindernis, das man am besten mit einem grossen Sprung nimmt!

                                              


                                              


                                              


1.6.2019

                         


                                                  



24.8.2019

Alexandra und Anke sind aus Kassel angereist, und auch Klaus ist mit von der Partie, so können wir mit beiden Fohlenstuten bei hochsommerlichen Temperaturen in den Wald marschieren. Die Lichtverhältnisse bei grellem Sonneschein am Nachmittag sind eine echte Herausforderung, die fotografische Ausbeute daher gering.
Der kleine Brexit jedoch war in seinem (ihrem ...) Element. Stutenfee Ingrid schimpft mitunter, wenn das selbstbewusste Fohlen im Alleingang stiften geht. Der Wald und das angrenzende Brachland war daher genau richtig und ein idealer Spielplatz für Daktari's hitzeresistente Tochter. Man hatte nicht den Eindruck, dass dieses Fohlen sich der 30-Grad-plus überhaupt bewusst war ... Das tiefer liegende Brachland ist eigentlich sumpfig, die langanhaltende Trockenheit hat es in eine trockene Steppe mit hohem Schilfgras verwandelt, in das der kleine Brexit unvermutet reinflog, vorübergehend verlorenging und springend hindurch und wieder raus flog.
Nicht nur Alexandra war begeistert von dem flirrenden Sonnenlicht, das Graswipfel und Fohlenmähne geradezu surreal scheinen liess. Der leidtragende war ganz klar Klaus, der mit Bunny alle Hände voll zu tun hatte. Immer dann, wenn der kleine Brexit raketengleich um die Bäume geflogen kam und alles, was vier Beine hatte, im wahrsten Sinne des Wortes mit sich riss - oder wahlweise vor sich hertrieb. Either way, Bunny war not amused. Danke, Klaus für deinen souveränen Einsatz!

                    



                                                                                                     
 



 

 
 

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